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Viele Hochstapler als angebliche Priester unterwegs

Erzbistum Mexiko führt Klerus-Datenbank zum Schutz vor Betrügern ein

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Kragen eines Priesters. Kollar. Außerhalb liturgischer Handlungen getragenes schwarzes Brusttuch oder Hemd mit Stehkragen mit einem weißen quadratischen oder rechteckigen Kragenstück, dass in den Bund integriert ist.
Mexiko-Stadt - Das Erzbistum Mexiko will falschen Priestern einen Riegel vorschieben: Mit einer Online-Datenbank sollen Hochstapler enttarnt werden, die mit angeblichen Sakramentenspendungen Geld verdienen wollen. Das Problem gibt es nicht nur in Mittelamerika.

Das Erzbistum Mexiko will eine Welle von falschen Priestern durch eine öffentlich zugängliche Datenbank von Klerikern eindämmen. Am Wochenende informierte der Generalvikar die Gläubigen des Erzbistums in einem Schreiben über das Verzeichnis und mahnte Wachsamkeit an. "Wie Sie wissen, gibt es leider einige Kleriker, die keine kirchliche Erlaubnis haben oder aus dem Klerikerstand entlassen sind. Dazu gehören auch Leute, die sich als katholische Priester ausgeben (in der Regel handelt es sich um ehemalige Seminaristen, Mesner, Theologen oder Studenten, die über einige Kenntnisse der Lehre verfügen, so dass sie zu wissen scheinen, was sie feiern)", heißt es in dem Schreiben. Häufig würden sich solche angeblichen Geistlichen an Frauenklöster wenden und ihre Dienste für die Messfeier oder Sakramentenspendung anbieten, oft gegen Geld.

Der Generalvikar fordert dazu auf, sich stets den Priesterausweis zeigen zu lassen und die Identität in der neuen Datenbank zu überprüfen, die unter der Adresse arquidiocesismexico.org.mx/consulta zu erreichen ist. In der Datenbank sind alle Priester und Diakone sowie Ordensleute, die erlaubt in der Erzdiözese Dienst tun. Die Datenbank kann nach Namen durchsucht werden. Aufgeführt sind Name, Vorname, Ordenskürzel und kirchliches Amt sowie eine Information darüber, ob der Kleriker im aktiven Dienst ist.

Sollte auf diese Weise ein falscher Kleriker enttarnt werden, soll der zuständige Pfarrer und der für das Gebiet zuständige Bischofsvikar informiert werden. Besonders in der Pastoralen Zone V, die die Stadtbezirke Benito Juárez und Coyoacán umfasst, soll ein aus dem Klerikerstand entlassener Priester aus dem Bundesstaat Sonora häufig versucht haben, als Priester aufzutreten.

Falsche Geistliche auch in Europa unterwegs

Nicht nur in Mexiko sind angebliche Priester ein Problem. Auch in Deutschland warnen Bistümer immer wieder vor Hochstaplern. Im Juli wurde ein junger Mann aus dem Bistum Speyer unter anderem wegen Missbrauchs von Titeln und Berufsbezeichnungen sowie Diebstahls und Betrugs zu einer Haftstrafe verurteilt, der sich im Bistum Rottenburg-Stuttgart als Priester ausgegeben und sogar ein Kind getauft hatte. Auch gemäß Kirchenrecht stehen Straftaten im Raum. Das kanonische Recht sieht für die Anmaßung eines Kirchenamts eine "gerechte Strafe" vor. Im Rottenburger Fall wurde die vorgeschriebene kirchenrechtliche Voruntersuchung bis Ende September noch nicht eröffnet.

Im Mai hatte die französische Bischofskonferenz angekündigt, einen landesweit einheitlichen, digital überprüfbaren Priesterausweis einzuführen. Ziel des französischen Projekts ist neben dem Schutz vor Hochstaplern die Missbrauchsprävention: in der Datenbank der Bischofskonferenz sind Einschränkungen für den priesterlichen Dienst hinterlegt. Das universale Kirchenrecht regelt, dass dem für eine Kirche verantwortlichen Priester unbekannte Geistliche dann zur Zelebration zugelassen werden müssen, wenn sie ein Empfehlungsschreiben ihres zuständigen Oberen vorlegen, das nicht älter als ein Jahr ist. Dieses Celebret genannte Schreiben ist vor allem auf Reisen und bei großen Veranstaltungen wichtig, um Betrug zu verhindern. (fxn)

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