Erzbistum New York zahlt Missbrauchsbetroffenen 800 Millionen Dollar
Das Erzbistum New York hat sich laut einem Bericht der "New York Times" mit Missbrauchsopfern auf einen Vergleich verständigt. Demnach erhalten die rund 1.300 Betroffenen eine Entschädigungssumme von insgesamt 800 Millionen US-Dollar (715 Millionen Euro).
Erzbischof Ronald Hicks erklärte in einer E-Mail an seine Mitarbeiter, es sei ein Durchbruch zur Beilegung gelungen. Anfang November soll die Vereinbarung von beiden Seiten unterzeichnet werden; erst dann wird der Vertrag rechtskräftig.
Zurück zu eigentlichen Aufgaben
"Wir stehen kurz davor, so Gott will, allen Opfern und Überlebenden ein gewisses Maß an Heilung und Versöhnung zu ermöglichen", schrieb Hicks in der Mail, aus der die Zeitung zitiert. Die Einigung werde es dem Erzbistum ermöglichen, sich wieder uneingeschränkt seinen eigentlichen Aufgaben zu widmen, etwa der Verkündigung, der Armenfürsorge, der Aufnahme von Migranten sowie Tätigkeiten in den Bereichen Pädagogik und Gesundheitsversorgung.
Opfer-Anwältin Trusha Goffe teilte ihren fast 300 Mandanten mit, alle Betroffenen hätten dem überarbeiteten Vergleich zugestimmt. Sie können sich zwischen einer Pauschalzahlung von mindestens 250.000 Dollar oder einer ausführlicheren Anspruchsprüfung entscheiden; dann wäre eine höhere Entschädigung möglich. Für diejenigen Betroffenen, die sich dem Vergleich nicht anschließen wollen, wird ein Sonderfonds eingerichtet.
Namen werden veröffentlicht
Die Erzdiözese New York verpflichtete sich zudem, die Namen von Mitarbeitern, gegen die glaubwürdige Anschuldigungen vorliegen, auf ihrer Website zu veröffentlichen. Die Liste soll im Gang der Ermittlungen aktualisiert werden.
Zuvor hatten andere US-Bistümer hohen Entschädigungszahlungen für Missbrauchsopfer zugestimmt. In der Erzdiözese San Francisco waren dies umgerechnet 352 Millionen Euro, in der Erzdiözese Los Angeles 900 Millionen Euro.