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Zivilklage gegen Liechtensteiner Firma

Erzdiözese investiert in Investmentgesellschaft – und verliert alles

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Geldscheine
Pesaro - Eine Erzdiözese investiert in Lebensversicherungspolicen und hofft auf satte Zinsen, steht am Ende aber mit leeren Händen da. Nun hat das Erzbistum Pesaro Klage gegen eine Liechtensteiner Firma eingereicht – doch der Prozess gestaltet sich schwierig.

Das Erzbistum Pesaro hat bei einer Investition in eine Liechtensteiner Investmentgesellschaft 616.000 Euro verloren. Das geht laut italienischen Medienberichten vom Wochenende aus einer Anhörung in Rahmen eines Prozesseses vor dem Gericht der italienischen Stadt hervor. Die italienische Erzdiözese hatte zuvor Zivilklage gegen die Firma "ValorLife" mit Sitz in Vaduz eingereicht.

Konkret geht es um Investitionen aus den Jahren 2003 und 2004. Damals hatte das Erzbistum Pesaro im Namen von Priestern und Treuhändern neun Policen für Lebensversicherungen abgeschlossen. Nach sechs Jahren sollte die Erzdiözese die gezahlten Summen mit Zinsen zurückerhalten. Als der Sammelvertrag 2010 ausgelaufen war, zahlte "ValorLife" jedoch nicht. Die Erzdiözese leitete damals noch keine rechtlichen Schritte gegen die Liechtensteiner Gesellschaft ein. Spekulationen zufolge hatte die Bistumsleitung Angst vor einem medialen Aufschrei. Zuletzt erreichten ebenfalls betroffene Kläger allerdings vor Gericht einen Vergleich mit der Firma.

"Gegen alle gesetzlichen Verpflichtungen verstoßen"

Laut dem Anwalt der der Erzdiözese, Tommaso Patrignani, hat die Erzdiözese einen rein spekulativen Investitionsvertrag mit hohem Risikokapital unterzeichnet und nicht, wie beabsichtigt, Lebensversicherungspolicen mit Kapitalgarantie. "'ValorLife' hat gegen alle gesetzlichen Verpflichtungen verstoßen, indem sie das gesamte Investitionsrisiko der Diözese in Rechnung gestellt hat", so Patrignani.

Das Verfahren vor dem Zivilgericht war allerdings bereits am Anfang ins Stocken geraten: Die Dokumente konnten der Liechtensteiner Gesellschaft zunächst nicht zugestellt werden, da sie vor rund einem Jahr von der Finanzmarktaufsicht geschlossen wurde. Der nächste Verhandlungstag ist für April 2021 angesetzt. (mal)

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