Feuerteufel im Gotteshaus
Erst 1972 wurde Nantes von einem Kirchenbrand heimgesucht: Damals traf es die spätgotische Bischofskirche Sankt Peter und Paul. Auslöser waren auch in diesem Fall Reparaturarbeiten. Der hölzerne Dachstuhl ging durch die Flammen verloren. Die Restaurierungsarbeiten zogen sich bis 1985 hin.
Feuer in Kirchen sind keine Seltenheit, die Ursachen vielfältig, die Löscharbeiten wegen der oft großen Gebäudehöhen und vergleichsweise enger Fenster schwierig. Zu den spektakuläreren Unglücken jüngerer Zeit in Deutschland gehört das Feuer in der evangelisch-reformierten Sankt-Martha-Kirche in Nürnberg. In der Nacht zum 5. Juni 2014 wurde das Gotteshaus aus dem 14. Jahrhundert weitgehend durch Flammen zerstört. Die historischen Glasfenster waren glücklicherweise wegen einer Renovierung ausgelagert worden. Als Auslöser des Brands gilt ein technischer Defekt.
2013 fiel die Garbsener Willehadikirche einem Brandanschlag zum Opfer
Auf Brandstiftung ging hingegen ein Feuer in der Willehadikirche im niedersächsischen Garbsen am 30. Juli 2013 zurück. Anwohner berichteten von Böllerexplosionen in der Nacht, anschließend wurde der Brand entdeckt. Die Ortsfeuerwehr vermochte die Ausbreitung der Flammen nicht zu verhindern. Schließlich schickte die Berufsfeuerwehr Hannover einen Löschroboter in das Inferno im Kirchenraum - ohne jedoch den Einsturz des Daches verhindern zu können. Örtliche Medien berichteten, Jugendliche hätten die Arbeiten von Feuerwehr und Polizei teils johlend und spöttisch kommentiert.
In Düsseldorf sorgte ein unachtsamer Dachdecker für einen Großbrand in der Kirche Sankt Peter am 20. Juni 2007. Der Geselle hatte Probleme beim Verlegen von selbstklebenden Bitumenbahnen und nahm deshalb einen Gasbrenner zu Hilfe. Als das Dach Feuer fing, gelang es ihm in der Panik nicht, die Tastensperre seines Handys zu lösen und die Feuerwehr zu verständigen. Es entstand ein Schaden von rund fünf Millionen Euro. Ein Gericht verurteilte den 21-Jährigen zu einer Geldbuße von 1.200 Euro.
Die Papstbasilika Sankt Paul vor den Mauern brannte 1823 nieder
Von größerer Tragweite war ein ähnlich gelagerter Fall in Rom: Dort ließ ein Klempner bei Lötarbeiten am Dach in Sankt Paul vor den Mauern ein Feuer unbeaufsichtigt; vom 15. auf den 16. Juli 1823 brannte die spätantike, nach einem Brand 1115 von Grund auf renovierte Papst-Basilika ab. Der kunstgeschichtliche Schaden war unermesslich. Durch die Hitze barsten Granitsäulen im Innern, Marmor zerfiel zu Kalkstaub. Dem schwerkranken Papst Pius VII. enthielt man die Nachricht vor; er starb fünf Wochen später am 20. August.
Der Wiederaufbau begann 1826 mit Hilfe von Spenden aus der ganzen Welt. 1854 erfolgte die Weihe des Hauptbaus durch Pius IX. Sechs Jahre später stand der Kirchturm wieder, 1928 war der Säulenumgang vor der Basilika vollendet. Ihren Abschluss fand die Renovierung 1931 mit der Taufkapelle.
Bei einem Großbrand im westfranzösischen Nantes ist der Dachstuhl einer großen Basilika aus dem 19. Jahrhundert weitgehend zerstört worden. Die Flammen schlugen am Montagvormittag aus dem Dach der Kirche Saint-Donatien im Stadtzentrum. Zwei Dachdecker sollen das Feuer bei Arbeiten ausgelöst haben. Menschen kamen nicht zu Schaden. 75 Feuerwehrleute waren im Einsatz; am Nachmittag waren die Flammen gelöscht. Im Chorbereich stürzte der Dachstuhl ein. Teile der Kunstwerke und Gemälde aus dem Kircheninneren konnten den Angaben zufolge in Sicherheit gebracht werden. Die Statik des Gebäudes scheint laut Medienberichten intakt. (KNA)