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500 Menschen erhalten Visum

Frankreich will humanitären Korridor schaffen

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Paris/Berlin - Der humanitäre Korridor für Flüchtlinge aus dem Libanon wird kommen. Auch Vertreter der Kirche werden das Übereinkommen unterzeichnen. Das hat unmittelbare Folgen für Menschen, die besonders gefährdet sind.

Frankreich will am Dienstag einen humanitären Korridor für Flüchtlinge in den Libanon öffnen. 500 Menschen, die am meisten gefährdet sind, sollen in den kommenden anderthalb Jahren ein Visum für Frankreich erhalten, teilte die Französische Bischofskonferenz am Montag in Paris mit. Die Flüchtlinge könnten dann legal mit dem Flugzeug nach Frankreich reisen und müssten nicht die "Todesfahrt" über das Mittelmeer wagen, um die EU zu erreichen, heißt es in der Pressemitteilung. Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande, die Präsidentin der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio, Valerie Regnier, sowie Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche sowie der Caritas Frankreich werden am Dienstag im Elysee-Palast ein Übereinkommen unterzeichnen.

Vorbild für die Initiative ist ein humanitärer Korridor, den die katholische Laiengemeinschaft Sant'Egidio und evangelische Kirchen 2016 mit der italienischen Regierung ausgehandelt hatten. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, lobte das Engagement von Sant'Egidio: "Die humanitären Korridore von Sant'Egidio sollten Vorbild für die europäische Flüchtlingspolitik werden", sagte Göring-Eckardt der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag. "Was eine kleine katholische Gemeinschaft kann, das können auch die europäischen Staaten schaffen."

Göring-Eckardt betonte: "Wir brauchen legale Zugangswege nach Europa und Deutschland, um die Geflüchteten zu unterstützen und das Sterben auf dem Mittelmeer zu verhindern." Wenn die Kirchen solche wichtigen Schritte initiierten, könnten sie "ein Beispiel für die Auflage von großzügigen Resettlementprogrammen durch die europäischen Staaten sein", so die Grünen-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl im September. Bei dem 2016 mit der italienischen Regierung ausgehandelten humanitären Korridor verteilt die italienische Botschaft in Beirut Visa an besonders schwer belastete Flüchtlingsfamilien aus dem syrischen Bürgerkrieg. Dies seien etwa Familien mit kranken oder behinderten Kindern, die von Sant'Egidio-Mitgliedern in Flüchtlingslagern nach humanitären Kriterien ausgewählt würden, hieß es weiter.

Insgesamt kamen auf diese Weise bereits 700 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, die in den Libanon geflohen waren, nach Italien. Rund 300 sollen noch folgen. Der Unterhalt der Familien wird in Italien von den kirchlichen Trägern der Initiative übernommen. Frankreich ist nach Italien der zweite EU-Mitgliedstaat, der einen humanitären Korridor in den Libanon schafft. (KNA)

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