Franziskaner fordern Bettelverbot in Salzburg
Es klingt zunächst kurios: Ausgerechnet der Bettelorden der Franziskaner setzt sich laut einem Medienbericht für eine Ausweitung der Bettelverbotszone in der Altstadt von Salzburg ein. Gründe für die Forderung seien ein "Belagerungsring" aggressiver Bettler und Gewalt rund um die Franziskanerkirche in der Stadt, wie der Österreichische Rundfunk (ORF) am Dienstag berichtete.
Konkreter Anlass für die Forderung des Ordens sei ein Handgemenge zwischen einem Franziskanerpater und rumänischen Bettlern am vergangenen Samstag, so der Sender weiter. Provinzialminister Pater Oliver Ruggenthaler, der oberste Franziskaner in Österreich, habe laute Schreie vor der Franziskanerkirche gehört; rumänische Bettlerinnen hätten sich dort um ihren Sitzplatz gestritten. Als Ruggenthaler um Ruhe gebeten habe, habe sich ein Handgemenge entwickelt. Die hinzugerufene Polizei zeigte laut ORF alle fünf Beteiligten an, darunter auch den Franziskanerpater.
Erzbistum Salzburg weist Forderung der Franziskaner zurück
Vor diesem Hintergrund forderten die Franziskaner nun eine Ausweitung des bestehenden Bettelverbots rund um ihre Kirche, in der Franziskanergasse und der Sigmund-Haffner-Gasse – "weil sich da einfach viel abspielt", so Ruggenthaler. "Es kommen viele Leute zu uns – und viele trauen sich auch einfach nicht mehr her deswegen" Im vergangenen Dezember sei einem ehrenamtlichen Mitarbeiter ein Schneidezahn ausgeschlagen worden. "Jetzt ist ein Punkt, wo wir reden müssen", betonte der Provinzialmeister. Die Brüder wollten eine breite Diskussion sowie eine Lösung gegen das Betteln rund um die Kirche und das Kloster.
Das Erzbistum Salzburg zeigte sich den Angaben zufolge "betroffen" von dem Handgemenge am Wochenende. Zugleich distanzierte sich die Erzdiözese jedoch von der Forderung der Franziskaner. Eine Verschärfung des Bettelverbots würde das Problem nur verlagern, betonte Alois Dürlinger, Referent für Armut der Erzdiözese: "Als Kirche von Salzburg warnen wir vor so einer Vorgangsweise." (stz)