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Papst will Dialog mit russisch-orthodoxer Kirche vertiefen

Franziskus gegen Abwerbung von Gläubigen in Russland

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Papst Franziskus und Metropolit Hilarion
Vatikanstadt - Erst am Samstag gab der Vatikan bekannt, was der Papst bei seinem Treffen mit einer russisch-orthodoxen Delegation am Mittwoch sagte. Franziskus sprach sich für den Dialog aus und sagte Nein zur Abwerbung von Gläubigen.

Papst Franziskus hat sich gegen Versuche ausgesprochen, in Russland orthodoxe Gläubige für die katholische Kirche abzuwerben. Die katholische Kirche werde nicht zulassen, dass ihre Angehörigen ein spaltendes Verhalten zeigen, sagte der Papst vor einer Delegation des Moskauer Patriarchen Kyrill I. "Das werden wir uns nicht erlauben, ich will das nicht." Der Vatikan veröffentlichte am Samstag die Ansprache des Papstes bei dem Treffen vom Mittwoch.

Eine klare Absage erteilte Franziskus Bestrebungen, durch aktive Mission unter den nicht-katholischen Ostkirchen diese zu spalten und eine Einigung mit Rom voranzutreiben. Sollten "einige katholische Gläubige - ob Laien, Priester oder Bischöfe" diesen sogenannten Uniatismus weiter unterstützen, so laute seine Botschaft: "Das funktioniert nicht mehr, das ist vorbei." Weiter sagte Franziskus: "Der einzige Patriarch in Moskau, in Russland, ist eurer."

Franziskus bekräftigte seinen Willen zum ökumenischen Dialog mit der russisch-orthodoxen Kirche und ihrem Patriarchen. Zugleich betonte er in seiner Ansprache, die Eigenständigkeit der Kirchen sei zu respektieren. Wörtlich sagte der Papst: "Die katholischen Kirchen in Russland dürfen sich nicht in die inneren Angelegenheiten der russisch-orthodoxen Kirche einmischen, ebenso wenig in die Politik." Dies sei nicht nur seine persönliche Haltung, sondern auch die des Heiligen Stuhls, fügte der Papst hinzu.

Patriarch Kyrill I. (l.) und Papst Franziskus bei ihrem historischen Treffen in Havanna am 12. Februar 2016.

Die rund 20 Personen umfassende Delegation aus Russland wurde von Metropolit Hilarion, dem Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, angeführt. Die Gruppe hielt sich von Montag bis Mittwoch in Italien auf und wurde kurz vor ihrer Rückreise von Franziskus empfangen. In seiner Ansprache betont der Papst, dass der Weg in Richtung Einheit letzten Endes ohne Alternative sei. "Der Weg der Spaltung bringt uns nur Krieg und Zerstörung."

Ökumene entstehe, indem man sich gemeinsam auf den Weg mache, sagte Franziskus. Dabei sollten beide Seiten nicht warten, bis lehramtliche Unstimmigkeiten gelöst seien. Bereits jetzt können man im Gebet und im Gespräch miteinander Zeichen setzen. Eigens erinnerte Franziskus an seine Begegnung mit Kyrill im Jahr 2016. Er habe damals in dem russischen Patriarchen einen "Bruder" gefunden. "Und jetzt schreiten wir auf spiritueller Ebene gemeinsam weiter voran."

Das historische Treffen zwischen Franziskus und Kyrill fand auf Kuba statt. Bei dieser ersten Begegnung überhaupt zwischen den Oberhäuptern der römisch-katholischen Kirche und der russischen Orthodoxie sprachen sich beide für die Wiederherstellung der Kircheneinheit und für Zusammenarbeit bei weltweiten Herausforderungen aus. (luk/KNA)

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