Geld aus dem Trevi-Brunnen geht weiterhin an die Caritas
Das Geld, das Touristen in den römischen Trevi-Brunnen werfen, kommt weiterhin der katholischen Caritas für soziale Aktivitäten zugute. Eine für die nächsten zwei Jahre geltende Vereinbarung wurde jetzt formalisiert, wie die römische Tageszeitung "Messaggero" (Onlineausgabe Montag) unter Berufung auf den Stadtrat meldete. Das alte Abkommen war Ende März ausgelaufen.
Bis zu 1,5 Millionen Euro jährlich
Vor einem Jahr hatte Bürgermeisterin Virginia Raggi (Fünf-Sterne-Bewegung) mit der Ankündigung für eine Debatte gesorgt, die Münzen aus dem berühmten Brunnen sollten künftig auf unterschiedliche Organisationen verteilt werden und auch in den Erhalt städtischer Kulturgüter fließen. Nach heftiger Kritik ruderte Raggi innerhalb weniger Tage zurück.
Die Münzen, die regelmäßig von Mitarbeitern des römischen Wasserversorgers herausgefischt werden, erreichen einen Wert von 1,5 Millionen Euro jährlich. Seit 2001 ging das Geld an die Caritas des Bistums Rom, die in der Hauptstadt über 50 Sozialeinrichtungen und 145 Anlaufstellen in katholischen Pfarreien betreibt.
Wie ein Sprecher der Caritas bereits im März erklärte, lagen die Schwierigkeiten einer Neuregelung hauptsächlich im haushaltstechnisch-juristischen Bereich, da die Münzen formell zuerst in den Besitz der Stadt eingehen, dann aber wieder aus den Vermögenswerten ausgebucht werden müssen.
In der Hoffnung, einmal nach Rom wiederzukommen, werfen Besucher eine Münze über die Schulter in das Becken der Fontana di Trevi. Mit rund 26 Metern Höhe und 50 Metern Breite ist der Brunnen der größte Roms und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten. Die prunkvolle Anlage wurde von 1732 bis 1762 nach einem Entwurf von Nicola Salvi im spätbarocken Stil errichtet. Eingeweiht wurde sie schon 1735 von Papst Clemens XII. (1730-1740). Von Juni 2014 bis November 2015 erfolgte eine aufwendige Restaurierung des Marmors. (gho/KNA)