Grabstätte von neuem Heiligen attackiert
Der Papst hatte den aus Mallorca stammenden Franziskaner am Mittwoch heiliggesprochen. Bei einer Messe in der US-Hauptstadt Washington würdigte der Papst Serra als einen vorbildlichen Missionar, der offen auf die Menschen zugegangen sei. Der Heilige habe die Würde der indianischen Ureinwohner schützen wollen, betonte Franziskus. Er sei gegen Misshandlungen der Ureinwohner aufgestanden, die bis heute nachwirkten.
Zuvor hatte es seit Monaten auch Proteste gegeben. Rund 10.000 Menschen unterschrieben eine Erklärung, wonach viele Indianer unter dem Wirken der franziskanischen Missionare hätten leiden müssen. Kritiker werfen Serra vor, er sei für Zwangstaufen, kulturelle Unterdrückung und sogar Massenmord verantwortlich gewesen.
CNN zufolge wurden in der Mission auch weitere Statuen und Grabsteine beschädigt, jedoch ausschließlich solche von europäischen Einwanderern. Die Gräber von indigenen Amerikanern seien unbehelligt geblieben, so der Sender unter Berufung auf Polizeiangaben.
Die Mission San Carlos Borromeo de Carmelo war von 1770 an unter Leitung von Serra das Hauptquartier der Franziskaner für ihre Verbreitung des Christentums in Oberkalifornien. Der Heilige liegt in der Kirche begraben. (bod/KNA)