Grenzen überschreiten
Der Leiter der Taize-Gemeinschaft, Bruder Alois Löser, rief die jungen Christen dazu auf, sich für ein gerechteres und friedlicheres Zusammenleben der Völker zu engagieren: "Jesus hat seine Liebe und Freundschaft allen angeboten. Und diese Liebe können auch wir unter uns leben." Alle Christen sollten für eine "Gemeinschaft der Freundschaft" eintreten, um gegen Armut, soziale Ungleichheit und Umweltzerstörung zu kämpfen, so der 59-Jährige.
Erstmals grenzüberschreitend
Das erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte grenzüberschreitend - im elsässischen Straßburg und der badischen Ortenau - organisierte Taize-Treffen soll junge Menschen in ihrem christlichen Glauben stärken. Bis zum 1. Januar kommen die Teilnehmer zweimal am Tag zu gemeinsamen Gebeten zusammen. Vormittags nehmen sie am dezentralen Programm in den gastgebenden Kirchengemeinden auf beiden Seiten des Rheins teil. Rund 6.000 Pilger sind bei Gastgebern in der Ortenau untergekommen. Aus Deutschland beteiligen sich etwa 5.000 Jugendliche, aus Frankreich sind rund 9.000 und aus Polen etwa 4.700 junge Christen nach Straßburg gekommen.
Neben religiösen Angeboten gibt es auch gesellschaftspolitische Diskussionen. Geplant ist etwa eine Debatte mit Abgeordneten im Europaparlament und ein Gespräch mit Richtern des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs. Höhepunkt des Treffens von Jugendlichen verschiedener Konfessionen ist die Feier eines alternativen Jahreswechsels mit Gebet und Meditation.
"Konzil der Jugend"
Taize zählt zu den wichtigen Stätten der ökumenischen Bewegung. Der kleine Ort im Burgund ist Sitz einer Bruderschaft, die zum Treffpunkt für Jugendliche aus aller Welt wurde. Ihr gehören rund 100 Männer aus mehr als 25 Ländern an, die aus verschiedenen evangelischen und aus der katholischen Kirche stammen. Bekannt ist die Taize-Spiritualität für ihren einfachen Lebensstil und emotionale Musik.
Seit im August 1974 Zehntausende zu einem "Konzil der Jugend" nach Taize kamen, veranstalten die Brüder regelmäßig Jugendtreffen in allen Teilen der Welt. Geleitet wird die Bruderschaft von dem aus Stuttgart stammenden Katholiken Frere Alois Löser. Der Schwabe wurde 2005 Nachfolger des von einer psychisch kranken Frau getöteten charismatischen Gründers Frere Roger Schutz. (KNA)
In der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé leben etwa 100 Männer aus 25 Ländern zusammen. Sie folgen einer Ordensregel aus dem Jahr 1953, die Freude, Barmherzigkeit und Einfachheit in den Mittelpunkt stellt und eine umfassende Gütergemeinschaft festlegt. Die Wurzeln der Gemeinschaft liegen in einem Haus in dem kleinen burgundischen Ort Taizé, das der Schweizer Theologe Roger Schutz 1940 erwarb, um Kriegsflüchtlinge aufzunehmen. 1949 beschlossen sieben Männer, sich dort einem religiösen Leben in Ehelosigkeit zu widmen. Erster Prior wurde Schutz, Frère Roger genannt. Die kleine Gemeinschaft wurde in der Folgezeit von vielen Jugendlichen besucht, die von der besonderen Spiritualität des Ordens angezogen wurden. Seit 1966 organisiert die Gemeinschaft regelmäßige Jugendtreffen. Frère Roger wurde 2005 von einer psychisch kranken Frau erstochen. Der zweite und zurzeit amtierende Prior ist Frère Alois Löser aus Deutschland. (dpa)