Gründerin von Missbrauchsopferring SNAP gestorben
Barbara Blaine, Gründerin und langjährige Präsidentin des weltweiten Missbrauchsopferrings SNAP, ist am Sonntag (Ortszeit) mit 61 Jahren in Chicago gestorben. US-Medien zufolge hatte sie bereits im Februar ihre Funktion als SNAP-Präsidentin abgegeben. Blaine leitete drei Jahrzehnte lang die Kampagnentägigkeit, durch die die katholische Kirche gezwungen werden soll, das Ausmaß des Skandals zu erkennen und Tausenden von Betroffenen Wiedergutmachung zu leisten.
Selbst von Priester missbraucht
Blaine gründete SNAP (Survivors Network of those Abused by Priests) 1988. Sie selbst war als Schülerin in Toledo (Ohio) von einem Priester missbraucht worden, der an ihrer katholischen Schule unterrichtete. Ihre Bitten um Hilfe beim damaligen Diözesanbischof von Toledo blieben ungehört.
Bekanntheit erlangte die Gruppe 2002, nachdem die Zeitung "Boston Globe" Berichte über den sexuellen Missbrauchskandal veröffentlichte, die die katholische Kirche weltweit erschüttern sollten. Das Thema wurde auch in dem oscargekrönten Film "Spotlight" aufgegriffen. SNAP hat heute nach eigenen Angaben mehr als 20.000 Mitglieder. Selbsthilfegruppen treffen sich in mehr als 60 Städten in den USA und weltweit. (KNA)