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Agathe Lukassek über das Arbeitspapier der Familiensynode

Grund zur Freude

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Schachfigur
Bonn - Agathe Lukassek über das Arbeitspapier der Familiensynode

Nun ist es also da, das Arbeitspapier zur Familiensynode im Herbst. Diese knapp 80 Seiten werden den Synoden-Teilnehmern auf den Tisch gelegt und sie sollen und werden darüber diskutieren. Es handelt sich um ein holzschnittartiges Dokument - schwer zu lesen, denn in die bereits bekannten Lineamenta wurden vom vatikanischen Synodensekretariat Antworten der nationalen Bischofskonferenzen auf 46 Punkte eines Fragebogens eingefügt. Trotzdem hat mich der Inhalt des Arbeitspapiers sehr gefreut.

Warum? Dazu braucht es einen kurzen Blick zurück auf die erste Familiensynode im vergangenen Oktober und die Monate danach. Zunächst wurde nach dem Wunsch des Papstes so offen diskutiert, wie man es aus unserer Kirche kaum kannte. Da wurden theologische Konzepte wie das Prinzip der Gradualität genannt, also die Prozesshaftigkeit in der moralisch-religiösen Lebensführung. Ein Zwischenbericht wurde veröffentlicht, der zeigte, dass die katholische Kirche die Realitäten von Familie heute sieht und sich ihnen im Licht der barmherzigen Liebe Gottes stellen möchte.

Wie ein Schritt zurück wirkte dann jedoch das Abschlussdokument, in dem sich viele der diskutierten Themen nicht mehr wiederfanden. Auf diesem Dokument fußten dann die Lineamenta und der Fragebogen, der an die Bistümer rund um die Welt ging - und der ob der verschachtelten Sätze und komplizierten Formulierungen stark kritisiert wurde. Hinzu kamen Berichte von US-Kirchenmedien, die viele vermeintlich "deutsche" Positionen kritisierten und zu suggerieren versuchten, dass sich auch mit der zweiten Synode rein gar nichts in der Kirche ändern würde.

Da fragt man sich schon, was dann die zweite Synode überhaupt noch bringen soll?! Seit gestern aber ist klar, dass doch noch sehr viele Türen offen sind. Klar ist nicht, in welche Richtung, denn das lässt das Arbeitspapier mit seinen uneinheitlichen Textstücken offen. Aber es ist eine Anregung für weitere spannende Debatten in diesem Herbst. Und darauf freue ich mich als journalistische Beobachterin - und als Katholikin.

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