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Frommer Gruß-Klassiker fällt Säkularisierung zum Opfer

"Hallo" hat "Grüß Gott" in Österreich überholt

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Gruß über einem Haus
Wien - "Grüß Gott"? Der fromme Gruß-Klassiker des süddeutschen Sprachraums fällt zusehends der Säkularisierung zum Opfer. Das fand eine Erhebung im ländlichen Österreich heraus.

Bunte Willkommenskultur in Österreich: Ob man mit "Hallo", "Grüß Gott" oder gar "Heil" begrüßt wird, ist in ländlichen Gebieten der Alpenrepublik stark von Alter, sozialer Beziehung, Hierarchie und Region abhängig, wie eine Studie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) herausfand.

Die Untersuchung analysierte das Grußverhalten von Menschen in 13 ländlichen Orten, wie die ÖAW am Dienstag mitteilte. "Hallo" überholte demnach längst Grußformeln wie "Grüß Gott" oder "Servus". Nichtsdestoweniger blieben auch traditionelle Grüße, etwa das vertraute "Griaß di" im Westen, weiter verbreitet. "Hallo" werde auch in Österreich immer mehr als neutral statt als informell empfunden.

"Grüßen wirkt banal, ist aber hochkomplex", heißt es von der ÖAW. Wie wichtig dabei Kontext ist, zeigten bei der Studie verschiedene experimentelle Szenarien. Wenn ländliche Testpersonen eine Verkäuferin in einem Modegeschäft grüßen sollten, wählten sie überwiegend das bei spontanen Begrüßungen sonst vernachlässigte "Grüß Gott".

Der Gruß "Heil" ist in Teilen der Bundesländer Tirol und Vorarlberg weiterhin geläufig; seine Verwendung hängt aber vom Kontext ab. Während junge Vorarlberger eine simulierte Bäckereiverkäuferin aus ihrem Heimatort überwiegend mit "Heil" grüßten, wählten sie gegenüber einer Person aus Wien "Grüß Gott" oder "Hallo". Die Verwendung von "Heil" sei im Übrigen "kein Ausdruck einer rechten Gesinnung", stellte die ÖAW-Linguistin Katharina Korecky-Kröll klar.

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