Hilfe, die ankommt
Inzwischen lebe ich seit fast zwei Monaten hier im Kinderdorf "Casa Santa Rosa", ich habe mich gut eingewöhnt. Die Menschen und die täglichen Abläufe sind mir nun vertraut, deshalb ist es für mich an der Zeit, mich in meine Aufgaben als Projekt-Koordinator und Koordinator des "MyGoodShops" einzuarbeiten.
Vor allem der "MyGoodShop" ist für mich zu einer Herzensangelegenheit geworden, denn er ist eine sehr konkrete Möglichkeit, den Kindern hier zu helfen. Der Shop nimmt sich das in "Wohlstandsländern" so beliebte Online-Shopping zum Vorbild. Schließlich kann man heute fast alles am Computer kaufen und nach Hause liefern lassen.
Im "MyGoodShop" kann man genauso stöbern, wie bei anderen Online-Shops und von der Gießkanne bis zur Babymilch alles erstehen, was die Kinder in Canete und anderen lateinamerikanischen Kinderdörfern zum Leben brauchen. Da gibt es Handtücher für 8,67 Euro, Saatgut für 5,52 Euro, Schinken für 11,83 Euro - sogar Geigensaiten sind im Angebot.
Kinder waschen ihre Wäsche hier selbst mit der Hand
Während man in unserem Shop stöbert, erfährt man auch viel über die Kinder hier vor Ort. Wer Waschmittel für das Kinderdorf "Casa Santa Rosa" kauft, erfährt gleichzeitig, dass unsere Jungen und Mädchen ihre Kleidung selbst mit der Hand waschen. Wer fünf Kilo Spaghetti in den Warenkorb packt, wird informiert, dass die Kinder bei uns genauso gerne Spaghetti essen, wie in Deutschland. Spender können Liseth eine neue Brille kaufen oder Boxershorts für Felix.
Sobald man im "MyGoodShop" etwas erstanden hat, setzt sich eine Handlungskette in Gang, in die ich nun auch selbst eingebunden bin. Denn wenn eine Spende bei uns im Kinderdorf in Peru ankommt, bin ich dafür verantwortlich, das entsprechende Produkt einzukaufen und die spätere Verwendung mit Fotos zu dokumentieren. Anschließend erhält der Spender einen persönlichen Dankesbrief.
Haben Sie Fragen oder Anmerkungen? Wenn Sie Walter Brüggemann schreiben möchten, erreichen Sie ihn unter brueggemann.walter@icloud.com
Außerdem ermittele ich als Koordinator vor Ort ständig den Bedarf der Kinder in den Lebensbereichen Wohnen, Landwirtschaft, Essen, Ausbildung, Kleidung, Medizin und Projekte und stelle die benötigten Produktinformationen ins Internet. Wie die Rubriken schon andeuten, geht es nicht nur um reine Sachspenden, sondern auch um die Finanzierung von Gehältern der Lehrer und Therapeuten hier im Dorf oder zum Beispiel darum, einem unserer älteren Jungen, Franklin, eine Kochausbildung zu bezahlen.
Nachdem ich mich in die Thematik eingearbeitet habe, erscheint mir eine Sache hier für unser Kinderdorf als besonders wichtig und das sind Gelbfieber-Impfungen für unsere Kinder. Zwar ist nur ein kleiner Teil Perus Risikogebiet für die schwere Infektionskrankheit, aber zur Sicherheit sind die Impfungen alle zehn Jahre vorgeschrieben. Unsere Kinder wurden zum letzten Mal 2011 geimpft und seither sind viele neue Jungen und Mädchen zu uns ins Dorf gezogen. Um sie zu schützen, können im "MyGoodShop" auch Impfungen gespendet werden.
Von Walter Brüggemann
Die Hilfsorganisation Nuestros Pequeños Hermanos (Unsere kleinen Brüder und Schwestern) wurde 1954 in Mexiko vom US-amerikanischen katholischen Priester William Wasson gegründet. Das Kinderhilfswerk unterhält Waisenhäuser in mehreren Staaten Lateinamerikas und der Karibik und wird unter anderem vom katholischen Kindermissionswerk "Die Sternsinger" unterstützt.