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Gefährlichste Länder laut "Kirche in Not" in Afrika und Lateinamerika

Hilfswerk: 2022 mindestens 17 getötete Priester und Ordensleute

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Eine Mariendarstellung hängt an einer verkohlten Wand einer Kirche nahe Alqosh im Norden des Irak.
München - Schlimme Bilanz zum Jahresende: Laut "Kirche in Not" wurden 2022 weltweit mehr als 100 Priester und Ordensleute entführt, verhaftet oder getötet. Besonders gefährlich sei es in Nigeria und Haiti. Doch das Hilfswerk nannte noch andere Brennpunkte.

Dem katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" zufolge sind im zu Ende gehenden Jahr weltweit mehr als 100 Priester und Ordensleute entführt, verhaftet oder getötet worden. Darunter seien mindestens 17 Betroffene, die gewaltsam zu Tode gekommen seien, teilte das Hilfswerk unter Berufung auf eigene Zahlen am Donnerstag in München mit.

Vier ermordete Priester in Nigeria

Laut "Kirche in Not" wurden 2022 in Nigeria vier Priester umgebracht, in Mexiko drei und in der Demokratischen Republik Kongo zwei. Zudem seien in Afrika und Mittelamerika fünf Ordensschwestern ermordet worden. Das Hilfswerk berichtete zudem von 42 entführten Priestern, von denen 36 inzwischen wieder freigelassen worden seien. Am gefährlichsten sei die Lage für Geistliche in Nigeria. Dort wurden nach Angaben von "Kirche in Not" 28 Priester entführt, drei Entführte seien ermordet worden und drei weitere würden noch vermisst. In Kamerun seien sechs Geistliche entführt worden und in Äthiopien, Mali und auf den Philippinen jeweils ein Priester.

Besonders gefährlich sei die Lage auch in Haiti. In dem mittelamerikanischen Land seien im Laufe des Jahres fünf Priester von kriminellen Banden entführt worden, alle Betroffenen seien inzwischen jedoch wieder freigelassen worden. Für Ordensfrauen war Nigeria besonders gefährlich: Dort wurden laut dem Hilfswerk sieben Frauen entführt. Weitere Entführungen seien aus Burkina Faso und Kamerun bekannt geworden. Alle betroffenen Ordensfrauen seien im Laufe des Jahres aber wieder freigekommen.

Problematische Lage weiterhin auch in China

Wie das Hilfswerk weiter berichtete, wurden 2022 mindestens 32 Geistliche in Ausübung ihres Dienstes festgenommen und inhaftiert. Die jüngsten Fälle beträfen vier Priester der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, die im von Russland besetzten Teil der Ukraine tätig waren. Zwei von ihnen seien inzwischen freigelassen und in das ukrainische Hoheitsgebiet "abgeschoben" worden, zwei weitere befänden sich weiterhin in Haft und sollten möglicherweise wegen "Terrorismus" angeklagt werden. Große Sorgen macht sich "Kirche in Not" nach eigenen Angaben zudem um die Lage in Nicaragua, wo die Regierung massiv gegen die katholische Kirche vorgehe.

Problematisch sei die Lage auch weiterhin in China. Wie viele katholische Priester und Bischöfe dort im zu Ende gehenden Jahr festgenommen worden seien, lasse sich kaum abschätzen. Laut "Kirche in Not" werden Geistliche aus der Untergrundkirche immer wieder für einige Zeit von den Behörden verschleppt, um sie zu drängen, sich der staatlich anerkannten Kirche anzuschließen. Ein Beispiel sei das Verschwinden von mindestens zehn Priestern, die der Untergrundgemeinde von Baoding südwestlich von Peking angehört hätten. (stz)

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