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Streit zwischen Orden und Erzbistum um Lehrer

"Homo-Ehe": Vatikan hebt Sanktionen gegen US-Jesuitenschule auf

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Indianapolis - Sie darf sich wieder "katholisch" nennen: Der Vatikan hat die Sanktionen gegen die Jesuitenschule ausgesetzt, die einen in gleichgeschlechtlicher Ehe lebenden Lehrer weiterbeschäftigen will. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Die Kongregation für das katholische Bildungswesen hat die Sanktionen gegen die "Brebeuf Jesuit Preparatory School" in Indianapolis vorübergehend aufgehoben. "Der Erzbischof hat mich darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Schulgemeinde aufgrund der temporären Aussetzung des erzbischöflichen Verbots, wieder die Messe feiern darf", teilte der Schulleiter, Pater William Verbryke, am Montag in einem Schreiben mit. Die Verlautbarung wurde auf der Homepage der Schule veröffentlicht. Im Streit um die Weiterbeschäftigung eines in einer gleichgeschlechtlichen Ehe lebenden Lehrers hatte sich der Orden wegen eines Dekrets des Erzbischofs an den Vatikan gewandt.

Nachdem die Lehrperson vor zwei Jahren eine gleichgeschlechtliche Ehe eingegangen war, hatte die Erzdiözese von der Schule gefordert, den betreffenden Arbeitsvertrag nicht zu verlängern. Erzbischof Charles Thompson begründete die Weisung damals damit, dass "alle Kirchenmitarbeiter beruflich wie privat die Lehre der Kirche unterstützen und vermitteln" müssten. Das gelte vor allem für Schulen, da sie ein zentraler Ort der Verkündigung seien. Eine gleichgeschlechtliche Ehe stehe der kirchlichen Lehre entgegen. Die Schule hatte sich mit dem Verweis auf ihre Unabhängigkeit in Personalfragen geweigert, der Anweisung nachzukommen. Als Konsequenz entzog ihr Erzbischof Thompson die offizielle Anerkennung als "katholische" Institution und untersagte der Schulgemeinde die Feier der Messe. Daraufhin wandte sich die Schule über den Orden an den Vatikan. Dort wird der Fall seitdem geprüft.

"Die vorübergehende Aufhebung des erzbischöflichen Erlasses bedeutet nicht, dass die Angelegenheit geklärt oder eine Entscheidung getroffen ist. Sie bedeutet auch nicht, dass die Bildungskongregation in dieser Sache zu einer bestimmten Seite tendiert", so Verbryke weiter. Auf Anfrage des jesuitischen "America-Magazine" (Montag) teilte die Erzdiözese Indianapolis mit, dass eine temporäre Aufhebung Teil der "normalen, kirchenrechtlichen Vorgehensweise" sei. Die endgültige Entscheidung beeinflusse dies nicht.

Auch wenn er nicht wisse, wie lange der Prozess im Vatikan dauern würde, betonte der Jesuit den Wunsch, die Uneinigkeit mit dem Erzbischof zu überwinden und "die gute Beziehung zum Erzbistum wiederherzustellen, die die Schule seit ihrer Gründung 1962 genoss". (cst)

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