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Jüngste Gallup-Umfrage zu Religionszugehörigkeit

Immer weniger US-Katholiken identifizieren sich mit ihrer Kirche

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Washington - Getauft sind sie, aber im Gottesdienst oder Gemeindeleben sieht man sie kaum: Laut der jüngsten Gallup-Umfrage sinkt die Zahl der Katholiken in den USA, die sich als Mitglieder ihrer Kirche sehen. Dafür haben die Forscher mehrere Gründe ausgemacht.

Der Anteil der getauften Katholiken in den Vereinigten Staaten, die sich als Kirchenmitglieder verstehen, ist innerhalb der letzten 20 Jahre um fast 20 Prozent gesunken. Das geht aus einer am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Studie des US-amerikanischen Meinungsforschungsinstituts "Gallup" hervor. Insgesamt gibt nur noch knapp jeder zweite Befragte an, überhaupt einer Religionsgemeinschaft anzugehören.

Identifizierten sich bei der Befragung von 1998 bis 2000 76 Prozent der katholischen Befragten mit ihrer Kirche, sind es bei der aktuellen Umfrage aus den Jahren 2018 bis 2020 noch 58 Prozent. Damit sinken die Zahlen bei den Katholiken mehr als doppelt so stark als bei anderen christlichen Konfessionen. Laut den Meinungsforschern spiegelt sich das auch in den in einer separaten Umfrage erhobenen Daten zum sonntäglichen Gottesdienstbesuch wider: Nahmen Mitte der 1950er Jahre noch 75 Prozent der Katholiken regelmäßig an der Messe teil, waren es bei der letzten Befragung von 2014–2017 nur mehr 39 Prozent.

Aktuelle Ergebnisse sind neuer Tiefstand

Gleichzeitig sinkt die Zahl der US-Bürger, die angeben, offiziell einer Religionsgemeinschaft anzugehören. Lag der Anteil zwischen 1940 und 2000 relativ konstant bei 70 Prozent, fiel der Wert mit Eintritt ins neue Jahrtausend deutlich ab. Mit 47 Prozent bilden die aktuellen Ergebnisse einen neuen Tiefstand. Da nur rund zwei Prozent der US-Amerikaner jüdischen und nur rund ein Prozent muslimischen Glaubens sind, betreffen die Daten hauptsächlich christliche Kirchen, von denen die katholische Kirche die größte Gemeinschaft darstellt.

Die Meinungsforscher begründen den Rückgang einerseits mit dem Generationenwechsel. Während sich die vor 1946 geborene Weltkriegsgeneration und die zwischen 1946 und 1964 geborenen "Babyboomer" mit 66 und 58 Prozent noch immer mit ihrer Religion identifizieren, liegt der Wert bei den zwischen 1981 und 1996 geborenen "Millennials" mit 36 Prozent deutlich niedriger. Für die um 2000 geborene "Generation Z" liegen zwar noch nicht genügend aussagekräftige Daten vor, die Forscher gehen jedoch davon aus, dass sich der Abwärtstrend auch hier fortsetzt. Der altersbedingte Rückgang geht andererseits Hand in Hand mit einer Zunahme der sogenannten "Nones", also der Menschen, die sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig fühlen oder keinen Bezug zu Religion haben. Deren Anteil unter den Befragten stieg zwischen 2000 und 2020 von acht auf 21 Prozent.

Das US-Meinungsforschungsinstitut "Gallup" führt jeweils zum Ende eines Jahrzehnts eine mehrjährige Umfrage zu Religionszugehörigkeit unter US-Amerikanern durch. An der jüngsten Umfrage zwischen 2018 und 2020 nahmen laut Institut über 6.000 Menschen teil. (cst)

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