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Unterschiede dürfen nicht zu Spaltungen führen

Kardinal: Kein Problem, dass es Rechte und Linke in der Kirche gibt

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Kardinal François-Xavier Bustillo, Bischof von Ajaccio (Frankreich), am 30. April 2025 im Petersdom im Vatikan.
Ajaccio - Der korsische Kardinal François-Xavier Bustillo sorgt sich um die Spaltung der Gesellschaft. Die strahlt auch auf die Kirche aus. Er findet unterschiedliche Ansichten nicht problematisch – solange es nicht zur Spaltung kommt.

Unterschiedliche Meinungen in der Kirche sind für Kardinal François-Xavier Bustillo eine Bereicherung. Nur Spaltungen dürften daraus nicht erwachsen, sagte der Bischof der korsischen Diözese Ajaccio im Interview mit "La Croix". Der Kardinal äußerte sich anlässlich der Veröffentlichung seines Buchs "Réparation" über gesellschaftliche Spaltungen, das am Dienstag erscheint. "Ich finde es sehr gesund, dass es Menschen gibt, die rechts oder links stehen, einige Traditionalisten, andere Charismatiker: Das ist ein Segen."

Wenn die eigene Einstellung dabei helfe, ein besserer Mensch zu werden, dann solle man weitermachen, "ob man nun Traditionalist ist oder sozial engagiert". Wer nur die eigene Auffassung gelten lasse, mache sich selbst zum Maß aller Dinge. Anlass für sein Buch seien aber allgemeine gesellschaftliche Tendenzen gewesen, so Bustillo: "Wenn man sich die aktuellen Nachrichten ansieht, wenn man die sozialen Netzwerke konsultiert, dominiert die Härte. Man nimmt einen Satz, reißt ihn aus dem Zusammenhang und schon wird er zum Gegenstand einer Kontroverse." Es fehle an Liebe, Wohlwollen und "einfachen Gesten der Brüderlichkeit".

Gelegenheiten zum Kontakt nicht mit Banalitäten verschwenden

Die Kirche müsse darauf reagieren, indem sie ihr Charisma der Weisheit in die Gesellschaft einbringe: "Wir leben in einer Welt der Emotionen, der Impulsivität. Das Wesen der Weisheit ist Distanz, Rückzug, das schöpferische statt des zerstörerischen Wortes." Um das zu vermitteln, müsse die Kirche die Gelegenheiten nutzen, wo sie noch Menschen erreiche: "Wenn man als Priester in existentiellen Momenten des Lebens – Taufen, Beerdigungen – das Mikrofon ergreift, kommen die Menschen immer noch." Daher dürfe sich die Kirche nicht leisten, diese Momente zu verpassen: "Wenn wir uns damit begnügen, 'Meine lieben Brüder, meine lieben Schwestern' zu sagen und dann mit Banalitäten fortzufahren, verpassen wir etwas Wesentliches", so der Kardinal weiter.

Bustillo ist Franziskaner und seit 2021 Bischof von Ajaccio. Das französische Bistum umfasst die ganze Insel Korsika. 2023 wurde er von Papst Franziskus zum Kardinal erhoben. Ende 2024 war Korsika das Ziel der letzten Auslandsreise von Franziskus vor seinem Tod. (fxn)

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