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Der frühere Erzbischof von Florenz starb mit 92

Kardinal Piovanelli tot

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Rom - Kardinal Silvano Piovanelli ist tot. Der frühere Erzbischof von Florenz starb nach schwerer Krankheit in der Nacht auf Samstag. Geprägt hatte ihn seine Zeit als Seelsorger in einer antiklerikalen Gemeinde.

Papst Johannes Paul II. (1978-2005) berief ihn 1985 ins Kardinalskollegium. Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, früher Bürgermeister von Florenz, würdigte den Verstorbenen am Samstag als "Referenzpunkt für den Glauben und das Leben der Stadt".

Papst Franziskus würdigte Piovanelli in einem Beileidstelegramm als "Bruder im Bischofsamt, der mit Freude und Weisheit dem Evangelium gedient hat". Er erinnere sich mit Dankbarkeit an das immense seelsorgerische Wirken, das er als "engagierter Priester und Weihbischof und dann als eifriger und weiser Leiter" des Erzbistums entfaltet habe, heißt es in dem Schreiben an den Oberhirten von Florenz, Kardinal Giuseppe Betori.

Seelsorger in antiklerikaler Gemeinde

Piovanneli engagierte sich besonders für die Belange von Arbeitern und die Selbstverwaltung von Pfarrgemeinden. Prägende Erfahren als Seelsorger machte der Sohn eines Anstreichers und einer Wäscherin von 1960 bis 1979 in Castelfiorentino, einer stark antiklerikal geprägten Gemeinde in der Industriezone von Florenz. In den 1960er Jahren richtete Piovanelli den ersten Pfarrgemeinderat im Erzbistum Florenz ein. Zuvor wirkte er 12 Jahre als stellvertretender Rektor des Knabenseminars der norditalienischen Stadt.

1982 wurde er Weihbischof seines Heimatbistums und nach dem unerwarteten Tod von Erzbischof Kardinal Giovanni Benelli im folgenden Jahr dessen Erzbischof. Nach seiner Pensionierung als Erzbischof zog Piovanelli sich nach Siesto Fiorentino bei Florenz zurück, wo er im Ortsteil Cercina in der Seelsorge mitwirkte.

Nach dem Tod Piovanellis zählt das Kardinalskollegium 212 Mitglieder. Von ihnen haben 112 das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet und wären damit im Konklave zur Papstwahl berechtigt. (luk/KNA)

9.7.2016, 14:51 Uhr: Ergänzt um die Würdigung durch den Papst;
15:30 Uhr: Bild ausgetauscht; das erste Foto zeigte nicht Kardinal Piovanelli.

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