Suche
Wiener Erzbischof in Augsburg geehrt

Kardinal Schönborn erhält Europäischen Karlspreis

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Augsburg - Einsatz für die europäische Einigung, Völkerverständigung und christliche Erneuerung: Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn wurde mit dem Europäischen Karlspreis geehrt – und versteht ihn als Auftrag für die Zukunft.

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn (73) hat den Europäischen Karlspreis erhalten. Mit der Auszeichnung würdigte die Sudetendeutsche Landsmannschaft bei ihrem Pfingsttreffen am Wochenende in Augsburg das Eintreten Schönborns für die europäische Einigung, für Völkerverständigung und die christliche Erneuerung der europäischen Kultur. Schönborn wurde in Böhmen geboren und stammt aus einer Familie, die selbst vertrieben wurde.

Der Europäische Karlspreis erinnert an den böhmischen König und römisch-deutschen Kaiser Karl IV. (1316-1378). Er wird jährlich beim Sudetendeutschen Tag für "Verdienste um eine gerechte Völkerordnung in Mitteleuropa" verliehen. Der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, der CSU-Politiker Bernd Posselt, hob Schönborns Verdienste für die Verständigung der Kirchen in West und Ost sowie als Gegner demokratiefeindlicher Kräfte hervor.

Preis als Auftrag für die Zukunft

Der Kardinal sagte, er verstehe den Preis als Auftrag für die Zukunft. Die Ideologie der ethnischen oder religiösen Vereinheitlichung sei nach wie vor politisch wirksam. Wo sie ein Staat verfolge, sei die massive Vertreibung von Minderheiten stets die Konsequenz. Die Sudetendeutschen sollten daher eine "wache Sensibilität" gegen alle Tendenzen an den Tag legen, "die alten Dämonen wieder zu wecken, die das Miteinander in der alten Heimat zerstört haben". Schönborn sagte, von seiner Mutter habe er auch im Zusammenhang mit der Vertreibung "nie ein böses Wort über die Tschechen gehört".

Der Europäische Karlspreis wurde bisher unter anderen mehreren bayerischen Ministerpräsidenten und österreichischen Bundeskanzlern verliehen. Weitere Preisträger sind der belgische Premier Leo Tindemans, der tschechische Bürgerrechtler und Mitbegründer der Grünen in Deutschland, Milan Horacek, sowie der slowakische Staatspräsident Rudolf Schuster.

Posselt sagte, er könne sich vorstellen, dass der Sudetendeutsche Tag künftig auch in Tschechien stattfinde. Voraussetzung sei, dass eine tschechische Stadt dazu einlade. Nächstes Jahr findet das Treffen aber erst einmal in Regensburg statt. (KNA)

kna-katholisch-swarm-node2 (0.004s)