Kein Vertrauen in den Staat
Der "Welttag der Migranten und Flüchtlinge" geht auf eine Initiative von Papst Benedikt XV. (1914-1922) zum Beginn des Ersten Weltkriegs zurück. Er wurde später von den Vereinten Nationen übernommen und wird seit 2001 international am 20. Juni begangen.
Zuvor hatten viele Länder ihre eigenen nationalen Flüchtlingstage begangen. In diesem Jahr ist der Weltflüchtlingstag besonders der Situation von Familien auf der Flucht gewidmet – und liefert erschreckende Informationen über die Anzahl von Betroffenen und deren Schicksal.
Von den mehr als 45 Millionen Menschen, die das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) nennt, waren Ende letzten Jahres 28,8 Millionen Binnenvertriebene, 15,4 Millionen Flüchtlinge jenseits der Grenzen ihres Heimatlandes und 937.000 Asyl suchende.
Hauptgrund für Flucht und Vertreibung sei der Krieg, hieß es. Die meisten Flüchtlinge weltweit kommen aus Afghanistan, gefolgt von Somalia, Irak, Syrien und dem Sudan. Hauptsächlich nehmen Pakistan, Iran und Deutschland Flüchtlinge auf. In der Bundesrepublik leben nach der Statistik rund 590.000 Flüchtlinge. Die meisten jedoch leben in Entwicklungsländern (81 Prozent).
Kirche leistet Hilfen für Flüchtlinge
Den Flüchtlingen in aller Welt helfen insbesondere christliche Organisationen. «Die Kirchen springen dort ein, wo der Staat versagt, und ersetzen staatliche Hilfe in vielen Ländern sogar komplett“, sagte Kirche in Not-Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert der Katholischen Nachrichten-Agentur. "Der UNHCR wäre mancherorts ganz einfach aufgeschmissen ohne die christlichen Hilfswerke." Hinzu komme, dass Menschen auf der Flucht vor Krieg und Terror kein Vertrauen in staatliche Hilfssysteme mehr hätten. "Gerade Flüchtlinge aus Syrien - Muslime wie Christen - haben uns erzählt, dass sie nur noch der Kirche vertrauen." Überdies biete die Kirche auch Seelsorge.