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Politische Entscheidung oder Missverständnis?

Kein Zutritt zum Petersdom: Streit um Traditionalisten-Wallfahrt

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Rom - Fans der "Alten Messe" wollten in den Petersdom ziehen, doch bekamen keinen Zutritt. Über die Hintergründe gibt es verschiedene Aussagen.

Eigentlich wollten die Pilger der traditionalistischen Wallfahrt "Ad Petri Sedem" am Wochenende im Petersdom beten, doch ihnen wurde kurz vor dem Start der Wallfahrt der Zutritt versagt. Nun gibt es Streit über die Hintergründe – und die Position des Vatikans zur "Alten Messe". Doch von Anfang an.

Bereits im September wurde bekannt, dass die Anfrage für eine Messe in der vorkonziliaren Liturgie im Petersdom während der Wallfahrt vom 23. bis zum 25. Oktober vom Vatikan abgelehnt wurde. Verschiedenen Medien aus dem traditionalistischen Umfeld zufolge sei die Feier unter dem Vorsitz von Kardinal Raymond Leo Burke im vergangenen Jahr im Umfeld des Papstes als unangemessen triumphalistisch wahrgenommen worden. Dies habe die Entscheidung, in diesem Jahr keine Genehmigung zu erteilen, entscheidend beeinflusst.

Stattdessen feierte der kasachische Weihbischof Athanasius Schneider den Hauptgottesdienst in der vorkonziliaren Form am Samstag in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore – ironischerweise also in der Kirche, in der Papst Franziskus (2013–2025) auf eigenen Wunsch beigesetzt wurde, der mit seinem Motu proprio "Traditionis custodes" (2021) die Feier der "Alten Messe" eingeschränkt hatte. Neben diesem Gottesdienst sah das Programm für Samstag auch eine Prozession zum und eine Gebetszeit im Petersdom vor. Dort sollte am Grab des Apostels Petrus gebetet werden. Doch den Pilgern wurde zuvor der Zutritt zum Petersdom verweigert. Medienberichten zufolge teilte der Präsident des Organisationsverbandes "Coetus Internationalis Summorum Pontificum", Christian Marquant, den Pilgernden dies erst am Freitagabend bei einem Vortrag mit.

Bei der Traditionalisten-Wallfahrt im vergangenen Jahr feierte Kardinal Leo Burke eine "Alte Messe" im Petersdom. Angeblich war diese in den Augen des Vatikans zu triumphalistisch.

Die Vatikanjournalistin Diane Montagna veröffentlichte am Sonntag einen Brief des Substituten im Staatssekretariat, Erzbischof Paolo Rudelli, an Abbé Claude Barthe, den Kaplan der Wallfahrt. In dem auf den 30. September datierten Schreiben teilte der Erzbischof mit, dass dem Antrag Barthes nicht stattgegeben werden könne. Dieser hatte demnach am 8. September um die Erlaubnis gebeten, mit der Pilgergruppe in einer Prozession in den Petersdom einzuziehen, für den Papst zu beten und das Allerheiligste an einem Seitenaltar zu verehren. Laut Montagna habe die Sakristei des Petersdoms mitgeteilt, dass der vorgeschlagene Zeitpunkt um 13 Uhr realisierbar sei – sofern eine Genehmigung des Staatssekretariats erfolge. Diese erfolgte nicht.

Die Entscheidung sorgte für Aufsehen und kritische Berichte in traditionalistischen Medien. Am Montag äußerte sich dann auch der Präsident des Vereins "Una Voce International", Joseph Shaw, in einer Pressemitteilung. Der Verein gehört zu den Organisatoren der Wallfahrt. "Wir möchten einige Missverständnisse ausräumen, die im Zusammenhang mit der Organisation der diesjährigen Pilgerreise entstanden sind", heißt es in dem Text. Demnach habe die Gruppe nach der Absage einer Messe im Petersdom um die Möglichkeit anderer Formen gemeinsamer Andacht im Petersdom gebeten. Dies sei etwa in den Jahren 2023 und 2024 möglich gewesen, als der Antrag für eine "Alte Messe" in der Basilika ebenfalls abschlägig beschieden wurde. "Dieser Antrag wurde mit Schreiben vom 30. September abgelehnt, das jedoch erst spät im Oktober bei den Veranstaltern einging", heißt es in der Pressemitteilung, die damit im Wesentlichen die Darstellung Montagnas bestätigt.

Zu unspezifische Anfrage?

Zwischen der Anfrage und dem ablehnenden Bescheid des Staatssekretariats habe man die Genehmigung für eine bischöfliche Stillmesse in der Basilika Santa Maria Maggiore erhalten. "Der Coetus hatte das Privileg, dort an einem Samstag eine Messe feiern zu dürfen, was für Pilgergruppen normalerweise nicht gestattet ist", teilte der Verband mit. Dafür sei ein "sehr passender Zeitrahmen" zugewiesen worden. "Der Kardinal-Erzpriester, die Sakristane und das Sicherheitspersonal der Basilika waren alle sehr hilfsbereit, und wir sind ihnen sehr dankbar." Die Dominikaner, die für die Beichten in der Basilika zuständig sind, hätten ebenfalls den Pilgernden zur Verfügung gestanden. Ein feierliches levitiertes Hochamt wurde demnach gar nicht beantragt.

Während die eingangs erwähnte Feier der vorkonziliaren Messe von Kardinal Burke im vergangenen Jahr als Zeichen dafür interpretiert wurde, dass Papst Leo XIV. den Kurs seines Vorgängers Franziskus vorsichtig korrigieren werde und er offen sei für diese Form der Liturgie, sorgte die neuerliche Entscheidung für Frust unter Anhängern der "Alten Messe". Ein Missverständnis? Am Montag berief sich das Internetportal "The Pillar" auf nicht weiter genannte Vatikan-Offizielle, die eine andere Version der Geschichte darstellen. Demnach hätten die Organisatoren der Wallfahrt nicht spezifisch genug angefragt. So sei der Gruppe lediglich die Erlaubnis verweigert worden, in einer Prozession in den Petersdom einzuziehen. Solche Prozessionen würden in der Regel ohnehin nicht gestattet. Sich im Inneren der Kirche zum Gebet zu versammeln wäre den Gläubigen aber gestattet worden – wenn die Organisatoren einen entsprechenden Antrag gestellt hätten.

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