Keine Bischöfinnen bei den Anglikanern
Die Abstimmung galt auch als Autoritätstest für den designierten künftigen Erzbischof von Canterbury und Primas von England, Justin Welby. Er hatte sich unmittelbar vor der Abstimmung für die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt ausgesprochen, ebenso wie der scheidende Amtsinhaber, Erzbischof Rowan Williams.
Bereits die Zulassung des Frauenpriestertums durch die Kirche von England Anfang der 90er Jahre hatte die anglikanische Weltgemeinschaft an den Rand der Spaltung geführt. Damals entschied eine hauchdünne Mehrheit bei den Laien der Generalsynode. Hätten nur drei Delegierte anders votiert, wäre der Antrag gescheitert.
Welby sagte vor der Abstimmung, es sei Zeit, diese Aufgabe zu vollenden. Seit ihrer Zulassung zum Priesteramt vor 20 Jahren hätten Frauen in allen Bereichen der Kirche mit viel Energie gewirkt. Die anglikanische Kirche müsse zeigen, dass sie Vielfalt ohne Spaltung verwirklichen könne.
"Zeit, diese Seite umzublättern"
Auch Williams appellierte an unentschiedene Delegierte, sich entweder für die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt zu entscheiden oder sich zu enthalten. Es sei "Zeit, diese Seite umzublättern" und nach vorne zu blicken. Ein Nein sende zudem ein negatives Signal an die Gesellschaft.
Der scheidende Primas beendete seine Rede mit der Frage: "Wie viel Energie wollen wir weiterhin im kommenden Jahrzehnt auf diese Frage verwenden? Und inwieweit wollen wir damit die Energie und die Fähigkeiten eines neuen Primas damit binden?" - Welby tritt zum Jahreswechsel die Nachfolge von Williams an.