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Teilnehmer der Konferenz Weltkirche und Mission fordern Eile bei den Milleniumszielen

"Keine Zeit zu warten"

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Dürre in Kenia
Würzburg - Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat die Bundesregierung aufgefordert, mehr gegen den Hunger in der Welt zu tun. "Dem Millenniumsentwicklungsziel, die Armut in der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren, müssen weiter alle Anstrengungen gelten", sagte Schick am Mittwoch auf der Jahrestagung Weltkirche und Mission in Würzburg.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche beklagte, es sei ein Skandal, dass Menschen hungern, obwohl genug für alle da sei und appellierte, keine Lebensmittel wegzuwerfen und den Raubbau an der Natur durch eine neue Genügsamkeit zu ersetzen. Schick plädierte dafür, den bisherigen Wachstumsbegriff, der sich am Bruttoinlandsprodukt orientiere, zu überdenken. "Wir müssen eigentlich ein Wachstum meinen, dass die Umwelt schont und uns zufriedener macht." Die Kirche sei aufgerufen, an diesem Mentalitätswechsel mitzuwirken.

BIP als Inikator ungeeignet

Der Volkswirtschaftler Michael von Hauff aus Kaiserslautern argumentierte ähnlich und monierte den starken Einfluss von Industrie- und Wirtschaft auf die Politik. Bei den Verhandlungen für das Folgeabkommen für die UN-Millenniumsziele müsse dieser Einfluss zugunsten einer "nachhaltigen Entwicklung" zurückgedrängt werden.

Der Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, Pirmin Spiegel, sieht auch die Kirche in der Verantwortung. Sie könne dazu beitragen, dass die Interessen der Entwicklungsländer stärker berücksichtigt werden, wenn die Vereinten Nationen neue Entwicklungsziele erarbeiten. Dabei können die Industrieländer die Verantwortung nicht auf die Entwicklungsländer abwälzen: Gerade in den Industrieländern sei eine Orientierung am Leitbild der ökologischen Nachhaltigkeit geboten.

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, mahnte zur Eileund verwies auf die Forderung von Papst Franziksus: "Allen ist bekannt, wie wichtig dem Papst die Sorge um eine bessere Entwicklung in der Welt ist – eine Entwicklung, welche die großen Unterschiede vermindert und nicht weiter vertieft." Es gebe zwar eine wirtschaftliche Krise in Europa, "aber die Armen dieser Welt haben keine Zeit zu warten".

Bundesregierung bestätigt 0,7-Prozent-Ziel

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Thomas Silberhorn, sicherte indes zu, Nichtregierungsorganisationen, Kirchen und Privatpersonen in die Diskussion um die Post-2015-Agenda einzubinden. Die Bundesregierung halte zudem an dem Versprechen fest, 0,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen, so Silberhorn.

Die Armen dieser Welt haben keine Zeit zu warten.

Erzbischof Nikola Eterović, Apostolische Nuntius in Deutschland

Erzbischof Schick äußerte sich am Rande der Konferenz auch zur Flüchtlingspolitik der deutschen Bundesregierung. Er forderte, dass Deutschland mindestens 100.000 Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen soll. Anlässlich des Weltflüchtlingstags am Freitag griff er damit einen Vorschlag des katholischen Hilfswerks Misereor auf. Zugleich erinnerte Schick daran, dass Deutschland während des Balkankriegs in den 1990er Jahren über 300.000 Flüchtlingen Zuflucht bot. (mir/KNA)

Konferenz Weltkirche

Die Konferenz Weltkirche veranstaltete ihre Jahrestagung vom 16. bis 18. Juni in Würzburg. Die etwa 140 Teilnehmer in Würzburg setzten sich aus Verantwortlichen der Diözesen, der Hilfswerke und der Orden zusammen. In der Konferenz Weltkirche ist ein Zusammenschluss der Bistümer, Hilfswerke, der Deutsche Ordenskonferenz sowie des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, um in weltkirchlichen Fragen zu erörtern.

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