Kirche berät sich über gemeinsame Flüchtlingshilfe
Internationale Verantwortliche für Migrationsfragen in der katholischen Kirche sind zu einem Arbeitsgespräch in Rom zusammengekommen. Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens stand der Austausch über die Lage der Migranten in den unterschiedlichen Ländern, aktuelle Probleme und Möglichkeiten kurz-, mittel- und langfristiger Hilfe seitens der Kirche, wie die päpstliche Migrationsfachstelle am Mittwoch mitteilte.
Ein Schwerpunkt der Gespräche waren den Angaben zufolge die "Global Compacts 2018" für Flüchtlinge und Migranten. Diese Rahmenabkommen der Vereinten Nationen wollen nächstes Jahr Richtlinien für die Aufnahme von Flüchtlingen sowie für eine geordnete, sichere und verantwortliche Migration festlegen. Ferner berieten die Delegierten über ein gemeinsames Vorgehen in der Flüchtlingshilfe. Leitend seien dabei die Aufnahme, der Schutz, die Förderung und die Integration, hieß es weiter.
Einig sei man sich in der Notwendigkeit einer Bekämpfung der Fluchtursachen, so das vatikanische Flüchtlingsreferat. Sichere und verantwortliche Migration gebe es "nur dann, wenn die Menschen wirklich frei sind, in ihrem Ursprungsland zu bleiben". An dem Seminar von Montag bis Dienstag nahmen laut den Angaben 36 Delegierte von Bischofskonferenzen aus allen fünf Kontinenten sowie Mitglieder des vatikanischen Staatssekretariates und der päpstlichen Vertretungen bei den Vereinten Nationen in New York und Genf teil.
Papst Franziskus hatte die bisher getrennten Ressorts für Menschenrechte, Migration, Gesundheitsfragen und humanitäre Hilfe in einer gemeinsamen Vatikanbehörde für Menschenrechte und Entwicklung zusammengeführt. Leiter der Einrichtung, die offiziell zu Jahresbeginn ihre Arbeit aufnahm, ist Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson, bislang Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden. Die Abteilung für Flüchtlinge und Migranten führt Franziskus vorerst persönlich. (KNA)