Klimaaktivisten beschmieren Markusdom in Venedig mit brauner Farbe
Eine Gruppe von Klimaaktivisten hat aus Protest gegen eine in ihren Augen unzureichende Klimapolitik den weltberühmten Markusdom in Venedig beschmiert. Mit Feuerlöschern sprühten die Aktivisten am Donnerstag laut Medienberichten eine braune Flüssigkeit auf die Fassade und Säulen des katholischen Gotteshauses.
"Sie sind die Letzten, die diese Kirche über dem Meeresspiegel sehen können", habe ein Demonstrant gerufen, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera". Die Aktivisten rollten zudem ein Banner mit der Aufschrift "Reparaturfonds" aus, wie auf Bildern zu sehen ist. Einige Touristen, die zufällig anwesend waren, unterstützten den Angaben zufolge den Protest. Eine Frau und ihre Tochter hätten sich den Demonstranten angeschlossen und geholfen, ein Protestplakat hochzuhalten, berichtete die Zeitung.
Bürgermeister: Schandhafte Geste, die wir scharf verurteilen
"Wir fordern einen 20-Milliarden-Entschädigungsfonds zum Schutz der Opfer des Klimakollapses", erklärten die Klimaaktivisten laut der Zeitung "La Repubblica". Und weiter: "Wir sind nicht zufällig hier in Venedig, diese Stadt wird in weniger als 20 Jahren komplett unter Wasser stehen. Wir lieben Venedig und wollen nicht, dass es zerstört wird, wie alles andere auf der Welt." Nach ersten Angaben kam es durch die Aktion nicht zu bleibenden Schäden. Der Schmutz an der Kirche habe mit Reinigungsmitteln beseitigt werden können.
Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, sprach mit Blick auf die Aktion von einer "schandhaften Geste, die wir scharf verurteilen". "Zum Schutz der Umwelt arbeitet unsere Stadt mit konkreten Aktionen. Vandalismus ist sicherlich nicht die richtige Methode, um Lösungen zu finden", so Brugnaro. Die italienische Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat bereits strengere Strafen beschlossen, wenn Sehenswürdigkeiten verunstaltet werden. Künftig sollen dafür Geldbußen bis zu 60.000 Euro drohen. (stz)