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Internationaler Renovabis-Kongress tagt in Freising

Koch: Wir werden uns einmischen

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Bischof Koch
Freising - Beim Kongress des Hilfswerks Renovabis hat Bischof Heiner Koch betont, dass sich die Kirche stärker in die Politik der osteuropäischen Staaten einbringen will. Für die aktuelle Flüchtlingspolitik Europas hat der Renovabis-Bischof derweil nur wenig Verständnis.

Die Jugend in diesen Staaten brauche wieder eine Perspektive. Dafür müsse die Bildung und die Chancengerechtigkeit verbessert sowie die Korruption bekämpft werden. "Wir wissen nicht alles besser", betonte Koch, der auch Vorsitzender des Renovabis-Trägerkreises ist. Es gehe darum, voneinander zu lernen und die kirchliche Sichtweise einzubringen.

Koch hat wenig Verständnis für Zögerlichkeit Europas

Angesichts der Unterteilung in politische und wirtschaftliche Flüchtlingen, die in Deutschland keine Chance auf Asyl haben, sagte der Erzbischof, es falle ihm schwer dies nachzuvollziehen. Bei seinen Besuchen in Flüchtlingsunterkünften habe er stets nur Menschen in Not gesehen. Er verstehe auch nicht, warum sich Europa so schwer damit tue, eine gemeinsame Lösung in der Flüchtlingsfrage zu finden. Als es Probleme mit den Finanzen gegeben habe, sei es dagegen sehr schnell gegangen.

In Freising findet vom Mittwoch bis Freitag der 19. Internationale Kongress Renovabis statt. Thema sind die Jugendlichen im Osten Europas sowie ihre Lebens- und Glaubensperspektiven.

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Kochverwies auf eine Jugendstudie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die zwischen 2011 und 2014 in acht osteuropäischen Ländern durchgeführt wurde. Diese habe die "beunruhigenden Aussage" erbracht, dass ein großer Teil der Heranwachsenden unzufrieden sei mit dem Zustand der Demokratie. Sie seien immer weniger bereit, dies zu tolerieren, aber zeigten auch nur geringe Bereitschaft, sich in Gesellschaft und Politik zu engagieren. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit wollten viele emigrieren.

Renovabis engagiert sich in konkreten Projekten

Für alle, die sich in Erziehung, freier Jugend- und Erwachsenenbildung engagierten, seien solche Befunde eine Herausforderung, sagte der Erzbischof. Doch dürften die zuständigen Regierungen und Politiker nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Entscheidungen für die Jugend und mit der Jugend müssten in der nationalen wie europäischen Prioritätensetzung der Politik wieder nach vorne rücken, forderte der Erzbischof.

Der Geschäftsführer von Renovabis, Gerhard Albert, erinnerte daran, dass die Politiker stets forderten, die Fluchtursachen in den jeweiligen Ländern zu bekämpfen. In diesem Fall habe das Hilfswerk in den vergangenen Jahren mit seinen Partnern einiges geleistet.

Dazu zählten etwa Jugendprojekte in Bosnien-Herzegowina wie die "Schulen für Europa", in denen Angehörige verschiedener Ethnien und Religionen von Kindesbeinen an einen normalen Umgang erlernten. Auch in Litauen gebe es viele kirchliche Aus- und Weiterbildungsprojekte. In Ungarn wiederum leiste ein diözesanes Jugendbüro in Monor im Bistum Vac einen wichtigen Beitrag für die Zivilgesellschaft. Dort würden die Jugendlichen zur Übernahme von Verantwortung ermutigt. (KNA)

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