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Richtlinie soll am 16. Januar in Kraft treten

Kommunion-Regeln in Diözese lösen heftige Debatte aus

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Charlotte - Neue Kommunion-Regeln in der US-amerikanischen Diözese Charlotte sorgen für Diskussionen über die Autorität des Bischofs. Geistliche und Laien kritisieren die neuen Vorgaben, rund 30 Priester wandten sich deshalb an den Vatikan.

In der US-Diözese Charlotte haben neue Regeln zum Kommunionempfang eine Debatte über die Autorität des Bischofs ausgelöst. Das berichtet die US-amerikanische Nachrichten-Agentur "Religion News Service" am Wochenende. Bischof Michael Martin hatte bereits im Dezember in einem Hirtenbrief angeordnet, Kniebänke und Altarschranken zu entfernen. Fest installierte Einrichtungen seien davon zwar ausgenommen, temporäre oder bewegliche Kniebänke sollten jedoch abgebaut werden. Zudem erwarte er von den Gläubigen, die Kommunion im Stehen zu empfangen. Die neue Richtlinie soll am 16. Januar in Kraft treten.

In diesem Zusammenhang verwies der Bischof auf die liturgischen Normen zum Kommunionempfang der US-Bischofskonferenz. Demnach sei das Stehen die vorgeschriebene Haltung für den Kommunionempfang. Dennoch sei es das Recht jedes einzelnen Gläubigen, die Kommunion kniend zu empfangen. Doch die Seelsorger sollten "ihre Gläubigen nicht dazu anhalten, dies als etwas 'Besseres' zu betrachten", mahnte Martin. Und: "Gläubige, die sich verpflichtet fühlen, beim Empfang der Eucharistie zu knien, was ihr individuelles Recht ist, sollten auch in Gebet darüber nachdenken, welch ein Segen es ist, wenn wir durch eine gemeinsame Haltung ein gemeinsames Zeugnis ablegen."

Traditionelle Haltungen werden häufiger

Die Auseinandersetzung wird nicht nur vor Ort, sondern auch online geführt. Während die Diözesanleitung die Maßnahme als Bestätigung universaler katholischer Normen darstellt, stellen Kritiker – darunter Priester und Laien – die Zuständigkeit des Bischofs infrage. Rund 30 Priester hätten laut dem Portal "The Pillar" einen formellen Antrag an den Vatikan gestellt, um Klärung über die Befugnisse des Bischofs in dieser Angelegenheit zu erhalten.

Verwundert zeigte sich der Pfarrer der größten Pfarrei der Diözese, Patrick Cahill laut dem "Religion News Service". Etwas Vergleichbares wie die Anfechtung der Autorität eines Bischofs in Rom habe er noch nicht erlebt. Er selbst plane ebenso wie der Liturgiedirektor der Diözese, der Anweisung des Bischofs zu folgen und sie in seiner Pfarrei umzusetzen.

Vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er Jahren empfingen Katholiken die Kommunion üblicherweise kniend am Kommuniongitter, das in Kirchen in den gesamten Vereinigten Staaten weit verbreitet war. Obwohl heute die meisten Gläubigen die Kommunion im Stehen empfangen, sind das Knien und andere traditionelle Haltungen in einigen Pfarreien in den vergangenen Jahren wieder häufiger geworden. (mtr)

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