Konferenz über Rolle der Frau in der Kirche
Internationale Expertinnen haben auf Einladung der römischen Glaubenskongregation über die Rolle der Frauen in der Kirche beraten. Wie der Vatikan am Donnerstag mitteilte, nahmen an der dreitägigen Konferenz rund 50 Theologinnen, Historikerinnen und Kirchenrechtlerinnen gemeinsam mit Beratern und Mitarbeitern der Glaubenskongregation teil. Eröffnet wurde das Treffen vom Präfekten der Behörde, Kardinal Gerhard Ludwig Müller.
Die Vorträge und Diskussionen drehten sich den Angaben zufolge zum einen um eine Begriffsklärung der Berufung von Frauen in der Kirchengeschichte, zum anderen um konkrete von Frauen ausgeübte Aufgaben. Die römische Bibelwissenschaftlerin Bruna Costacurta und die in Paris lehrende Theologin Laetitia Calmeyn wiesen etwa auf die Bedeutung von Frauen in der Priesterausbildung hin, während die schwedische Dominikanerin Madeleine Fredell über Frauen als Exerzitienpredigerinnen referierte.
Weibliche Gelehrte und Predigerinnen
Zu den Vortragenden gehörte der Mitteilung nach auch die Dogmatikerin Barbara Hallensleben von der Universität Fribourg mit Thesen zum Priestertum aller Getauften und dem Ehesakrament. Die französische Literatur- und Bibelwissenschaftlerin sowie Ratzinger-Preisträgerin Anne-Marie Pelletier legte die Rolle weiblicher Gelehrter für die Exegese dar, die römische Historikerin Lucetta Scaraffia skizzierte allgemein die Präsenz von Frauen in der Kirchengeschichte. Eine Dokumentation der Tagung soll nach Vatikanangaben publiziert werden. (KNA)
Die Diakoninnen waren in der frühen Kirche ungleich stark verbreitet. Wo sie waren und warum sie dort vertreten waren, schreibt nun ein Archäologe in der Vatikanzeitung "Osservatore Romano".