Kurienkardinal Antonelli wird 80
Kardinal Ennio Antonelli, früherer vatikanischer "Familienminister" und Alterzbischof von Florenz, wird am Freitag 80 Jahre alt. Mit erreichen des Alters verliert Antonelli das Recht, an einer Papstwahl teilzunehmen.
Der am 18. November 1936 im mittelitalienischen Todi geborene Antonelli gilt als erfahrener Seelsorger und talentierter Organisator. Als der damalige Erzbischof von Florenz 2008 an die Spitze des Päpstlichen Rates für die Familie berufen wurde, konnte er auf eine 20-jährige Erfahrung als Ortsbischof von nacheinander drei Bistümern zurückblicken.
Engagierter Fürsprecher von Familien
In seiner Zeit im Vatikan machte Antonelli sich als engagierter Fürsprecher von Familien einen Namen. Er forderte mehr finanzielle Unterstützung vom Staat, aber auch eine stärkere Beteiligung von Familien an der kirchlichen Seelsorge. Dem Kardinalskollegium gehört Antonelli seit 2003 an. Vor seiner Berufung nach Rom leitete Antonelli sieben Jahre lang das Erzbistum Florenz. Landesweit bekannt wurde er in Italien durch seine Ernennung zum Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz im Jahr 1995. Zuvor stand er den umbrischen Diözesen Gubbio (1982-1988) und Perugia-Citta delle Pieve (1988-1995) vor.
Auch als Pensionär äußert sich Antonelli weiter zu Ehe und Familie. In der Debatte über den kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen verteidigt er die bisherige offizielle Praxis. Im Auftrag des amtierenden Erzbischofs von Florenz, Kardinal Giuseppe Betori, formulierte er für die Priester der Erzdiözese jüngst Richtlinien zur Familienseelsorge. Demnach soll eine Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion auch weiterhin nur gestattet sein, wenn der Betroffene in seiner zweiten Verbindung sexuell enthaltsam lebt. Franziskus habe in seinem Schreiben zu Ehe und Familie «Amoris laetitia» in Sachen wiederverheiratete Geschiedene keine Gebote, sondern Ratschläge erteilt, so Antonelli. (luk/KNA)