Marien-Tagung in Medjugorje mit Beteiligung des Vatikan
Eine Tagung in Medjugorje hat Fragen einer theologisch begründeten Marienverehrung nach Maßstäben des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) beraten. An dem viertägigen Treffen vergangene Woche an dem Wallfahrtsort in Bosnien-Herzegowina beteiligten sich auch Vertreter der Päpstlichen Marianischen Akademie aus Rom, wie die österreichische Presseagentur Kathpress unter Berufung auf lokale Kirchenquellen am Mittwoch meldete.
90 Teilnehmer aus europäischen Ländern sowie aus Nord- und Südamerika erörterten, wie Marienfrömmigkeit heute zwischen theologischer Vernunft und Leichtgläubigkeit verantwortungsvoll gestaltet werden könne. Der Präsident der Päpstlichen Marianischen Akademie, Stefano Cecchin, bezeichnete die Marienlehre des Konzils als maßgeblich für die Kirche des 21. Jahrhunderts. Auch Papst Leo XIV. habe die Notwendigkeit der Mariologie betont.
Eine fundierte theologische Auseinandersetzung mit Medjugorje forderte der Bischof von Mostar-Duvno, Petar Palic. Dass die Kirche geistliche Früchte in der Wallfahrtspraxis sehe, bedeute keine Anerkennung der angeblichen Marienerscheinungen, sagte Palic unter Verweis auf eine Bewertung der vatikanischen Glaubensbehörde aus dem Jahr 2024. Die Zukunft Medjugorjes werde wesentlich davon abhängen, wie konsequent der Wallfahrtsort Menschen zur Mitte des christlichen Glaubens führe. Der päpstliche Sonderermittler Erzbischof Aldo Cavalli nannte Medjugorje einen "Ort der Gnade", an dem Gott den Menschen begegne.