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Christlich-jüdische "Woche der Brüderlichkeit" in Kiel eröffnet

Mehr Engagement für Europa

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Dunkle Wolken sind über dem Reichstag und der Europa-Flagge in Berlin zu sehen.
Bonn - Unter dem Motto "Freiheit – Vielfalt – Europa" läuft seit vergangenem Sonntag die bundesweite "Woche der Brüderlichkeit". Zum Thema "Die Rolle der Religionen in Europa" haben gestern Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz, dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Allgemeinen Rabbinerkonferenz und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland diskutiert. Einig war man sich darüber, dass laizistische Tendenzen ein Grund zur Sorge seien.

Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff erinnerte in seinem Grußwort an die nicht nur wirtschaftliche, sondern auch christlich motivierte Vision der Gründungsväter Europas. Er rief Christen und Juden auf, sich stärker für ein Europa zu engagieren, "das sich nicht gegen andere abschottet, wie wir es auf Lampedusa und anderenorts immer wieder erleben". Er stellte fest, dass die Begeisterung für Europa weitestgehend verschwunden sei. Da verwundere es wiederum kaum, dass die Stunde der euroskeptischen Populisten schlage, die für einzelne Nationalstaaten plädierten. So eine politische Nostalgie sei gefährlich: Sie ginge oft einher mit Fremdenfeindlichkeit, der Verachtung von Minderheiten und der Aufkündigung von Solidarität, so der Bischof.

Europa müsse sich zudem seiner Verantwortung für Israel stellen und helfen, eine Lösung im Nahostkonflikt zu finden, forderte Mussinghoff, der in der Deutschen Bischofskonferenz Vorsitzender der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum ist. Wegen der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Münster konnte Mussinghoff nicht persönlich an der Tagung teilnehmen.

Schwaetzer: Menschen wollen nicht nur Konsumenten sein

Der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Landesrabbiner Henry G. Brandt, wies auf die gemeinsame Herausforderung an die Religionen in einer immer säkularer werdenden Gesellschaft hin. Es müsse jetzt und in der Zukunft darum gehen, Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erkunden. Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer (FDP), zeigte sich von einem weiter wachsenden Einfluss der Religionen überzeugt.

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