Misereor verkauft erstmals eigenes Fastenbier
Das bischöfliche Hilfswerk Misereor bietet in der Fastenzeit erstmals ein eigenes Fastenbier an. Seit Aschermittwoch gibt es den alkoholfreien Gerstensaft aus der Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu in der Oberpfalz zu kaufen. Erhältlich ist er laut Mitteilung in allen Filialen von "denn's Biomarkt". Je verkaufter Flasche spendet das Unternehmen 20 Cent für die Projektarbeit des Hilfswerks. Mit dem Fastenbier wolle Misereor eine alte bayerische Tradition aufgreifen, hieß es.
Fastenbier ist seit dem frühen Mittelalter vor allem in Klöstern weit verbreitet gewesen. Einfallsreiche Mönche brauten das kräftige Bier mit bis zu 11 Prozent Alkohol, um es zu nahrhaftem Ersatz für die fehlende feste Nahrung in der Fastenzeit zu machen. Denn eine Fastenregel lautete: "Flüssiges bricht das Fasten nicht." Daher stammt auch der heute noch verwendete Begriff "flüssiges Brot". Das Hilfswerk Misereor bietet nun jedoch entsprechend des Trends, Alkohol zu fasten, eine alkoholfreie Variante an.
60. Miserior-Fastenaktion beginnt am Sonntag
Hintergrund ist die Eröffnung der 60. Misereor-Fastenaktion am Sonntag in München. Den Festgottesdienst in der Liebfrauenkirche mit Kardinal Reinhard Marx überträgt die ARD ab 10 Uhr live. Die gemeinsam mit der Kirche in Indien veranstaltete Aktion steht unter dem Leitwort "Heute schon die Welt verändert?". Die Misereor-Kollekte am 5. Fastensonntag ist das Fundament der Projektarbeit. Alle katholischen Gemeinden sammeln an diesem Tag gemeinsam.
Bei der Pressekonferenz zur Aktion erinnerte Marx am Donnerstag an das 60-jährige Bestehen des Hilfswerks. Mitten in der Zeit des Wirtschaftswunders in Deutschland sei damals die Idee für ein solch bischöfliches Hilfswerk entstanden, um solidarisch mit den Hungernden in der Welt zu sein. Längst gehe es nicht mehr um Mission im engeren Sinne, sondern der Mensch sei in den Mittelpunkt gerückt. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) habe die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen verschiedener Länder noch intensiviert. Zudem habe die Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus den Blick auf die Eine Welt gelenkt, betonte der Kardinal. Denn nur dieser helfe, Probleme zu lösen. (bod/KNA)