Mit Leo XIV. – Kardinal hofft auf Einheit in Kirche und darüber hinaus
Seine Teilnahme an der Wahl des neuen Papstes war für ihn Privileg und Gnade: Der schwedische Kardinal Anders Arborelius erklärte im Interview mit dem "Bonifatiusblatt" am Mittwoch, in der Sixtinischen Kapelle sei es sehr feierlich zugegangen. "Ich denke, dass wir alle gefühlt haben: Hier ist das Arbeitsfeld des Heiligen Geistes. Es sind nicht wir, die einen Kandidaten finden, sondern es ist Gott, der durch den Heiligen Geist uns hilft, denjenigen zu wählen, der zuvor schon von Gott erwählt worden war."
Von Leo XIV. erhoffe er sich, dass er die Einheit in der Kirche und darüber hinaus fördern werde, etwa in den polarisierten Vereinigten Staaten von Amerika. "Papst Leo XIV. ist ein Mann des Dialogs. Ich denke also, dass er viele Möglichkeiten hat, den Dialog innerhalb der Kirche und in der Gesellschaft voranzubringen", sagte Arborelius. Er habe sich bereits für eine Stärkung der Beziehungen mit dem Judentum eingesetzt und den Vatikan als Ort für Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine angeboten. Der Bischof von Stockholm ergänzte: "Ich sehe bei ihm viele Gaben, viele Charismen, die ihm helfen werden, sich für die Einheit in der Welt, für den Frieden und für das Gespräch einzusetzen. In dem Sinne bin ich sehr hoffnungsvoll."
"Ein sehr, sehr guter Mensch"
Selbst habe er Robert Prevost vor seiner Wahl zum Papst als zurückhaltenden Zuhörer erlebt, der seine Ansichten nie ins Zentrum stelle, so der Kardinal. "Man hat ihn kennengelernt als eine tiefgläubige und demütige Person, die gleichzeitig sehr große Fähigkeiten hat und die Menschen kennt. Wir alle waren davon begeistert." Arborelius ist überzeugt: Der neue Papst ist "ein sehr, sehr guter Mensch".
Im vergangenen Jahr hatte Arborelius zu seinem 75. Geburtstag sein Rücktrittsgesuch als Bischof von Stockholm beim Papst eingereicht. Das wurde zwar angenommen, doch bis zur Ernennung eines Nachfolgers bleibt er zunächst im Amt. "Ich werde mich gedulden, bis der Heilige Vater einen Nachfolger für mich gefunden hat", erklärte Arborelius. Noch sei es seine Aufgabe, das Bistum Stockholm zu leiten. Doch er hoffe, irgendwann ins Karmeliterkloster in Norraby (Südschweden) zurückkehren zu dürfen. "Dort, wo ich damals eingetreten bin und lange gelebt habe." (KNA)