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Chef der Söldner-Gruppe Wagner offenbar bei Flugzeugabsturz gestorben

Moraltheologe: Ein Christ darf über Prigoschin-Tod nicht froh sein

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Rupert Scheule ist Professor für Moraltheologie an der Universität Regensburg
Regensburg - Der Chef der Söldner-Gruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, ist anscheinend bei einem Flugzeugabsturz gestorben. "Einer weniger von den Bösen", könnte manch einer nun denken. Doch darf ein Christ das tun?

Der Tod des offenbar bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Chefs der Söldner-Gruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, mag manchen Zeitgenossen erleichtern. "Einer weniger von den Bösen", könnte einem durch den Kopf gehen. Doch darf ein Christ so denken? "Nein, ein Christ darf so nicht denken", sagt der in Regensburg lehrende katholische Moraltheologe Rupert Scheule am Donnerstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Eigentlich sei er kein Vertreter seines Faches, der schnell mit der "Das darst du nicht"-Keule komme, aber in diesem Fall verfechte er entschieden diese Haltung.

Scheule führte an, dass Prigoschin letztlich nicht für die von ihm verursachten Massenmorde verurteilt und bestraft worden sei. Der Flugzeugabsturz sei möglicherweise passiert, weil er sich aufgrund des Aufstands vor zwei Monaten mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin überworfen habe. "Was die vielen Opfer Prigoschins gebraucht hätten, wäre eine Aufarbeitung von Prigoschins Verbrechen gewesen, nicht dieser verworrene John-le-Carre-mäßige Kino-Abgang, der da jetzt vermutlich stattgefunden hat."

Letztlich sei dieses ganze Szenario nur ein Hinweis auf die moralische Verkommenheit des russischen Machtapparats, ergänzte der Theologe. "Da wird kein Prozess geführt, da findet kein Diskurs über begangenes Unrecht statt, da verschwinden Menschen auf spektakuläre Weise." Damit werde ein weiteres Mal eine Atmosphäre der Angst erzeugt und nicht Gerechtigkeit, so Scheule. (KNA)

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