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Altenheim hatte zum Verzicht auf Schleier aufgefordert

Nach Habit-Diskussion: Bürgermeister setzt sich für Ordensfrau ein

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Zwei Ordensschwestern sitzen in Flüssen auf einer Bank vor einer Wiese.
Vesoul - Eine französische Ordensfrau sollte beim Einzug in ein Altersheim ihren Habit ablegen – und lehnte ab. Das sorgte für Diskussionen. Nun hat sich der Bürgermeister des Ortes zu Wort gemeldet.

In die Diskussion um ein Altersheim im ostfranzösischen Vesoul, das einer Ordensschwester wegen ihres Habits einen Platz verweigert hatte, hat sich der Bürgermeister der Stadt eingeschaltet. Er werde sich persönlich dafür einsetzten, dass die Frau dort aufgenommen werde, wird Alain Chrétien in einer Pressemitteilung zitiert, die die Stadt am Dienstag veröffentlichte. Weder die internen Vorschriften der Wohnhäuser noch die Prinzipien des Säkularismus hinderten die habittragende Ordensfrau am Zugang zu Wohnungen.

Die Neutralitätspflicht gelte für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes und nicht für Anwohner, die Gewissensfreiheit genießen müssten, so der Bürgermeister weiter. Er sei überrascht von dem Vorfall. "Diese fehlende Wertschätzung ist äußerst bedauernswert", betonte Chrétien. Er wisse aber, dass man eine vorläufige Lösung gefunden habe, "damit diese Nonne ihren Ruhestand friedlich genießen kann".

Ein Priester, der regelmäßig in der Einrichtung Gottesdienst feiert, hatte den Fall am Dienstag im französischen Sender FranceBleu öffentlich gemacht. Demnach habe sich die Ordensfrau 2018 für einen Platz in einem Seniorenwohnheim im ostfranzösischen Vesoul beworben und im Juli dieses Jahres eine Antwort vom Betreiber der Einrichtung bekommen. Darin habe es geheißen, die Schwester könne nur im Heim aufgenommen werden, wenn sie auf das Tragen von Ordensgewand und Kopftuch verzichte. Als Grund habe die Einrichtung die Sorge um das Wohl aller Bewohner genannt. Es sei jedoch möglich, ein "dezentes Kreuz" zu tragen. Die Ordensschwester habe daraufhin den Platz abgelehnt. Sie habe ihr ganzes Leben mit Ordenskleidung und Kopftuch verbracht und könne sich ein Leben ohne diese Kleidungsstücke nicht vorstellen.

Der Fall sorgte vor allem in den sozialen Netzwerken für Diskussionen. Viele Politiker bekundeten ihr Unverständnis für die Entscheidung des Betreibers. Nicolas Cadène von der französischen Laizitätsaufsicht schrieb auf Twitter: "Die Laizität erlegt nur der Verwaltung und denjenigen, die einen öffentlichen Dienst ausüben, Neutralität auf." Der Fall verdeutliche eine "Tendenz, die darauf abzielt, alles überall zu neutralisieren, was dem Säkularismus entgegensteht". (mal)

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