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Geistlicher hat kaum Chancen, seine Immobilie wiederzubekommen

Nach Identitätsdiebstahl: Betrüger stehlen Pfarrer sein Haus

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London - Auf einmal passte der Schlüssel nicht mehr: Das Haus eines Pfarrers in Großbritannien ist ohne dessen Wissen verkauft worden. Weil Betrüger seine Identität stahlen und sich auch das Grundbuchamt täuschen ließ, steht der Geistliche nun ohne Haus da.

Schock für einen Pfarrer in Großbritannien: Als der Geistliche Mike Hall Ende August nach längerer Abwesenheit zu seinem Haus im englischen Luton kam, passte der Schlüssel nicht mehr. Wie britische Medien am Montag berichteten, wurde das Haus stattdessen von einem Handwerker geöffnet, der behauptet habe, für den neuen Besitzer der Immobilie zu arbeiten. Das Problem: Hall hatte das Haus gar nicht verkauft.

Was war also passiert? Laut der BBC ist Hall Opfer von Betrügern geworden, die seine Identität gestohlen haben. Mit einem gefälschten Führerschein und einem auf Halls Namen eröffneten Bankkonto hätten die Täter das Grundbuchamt getäuscht und das Haus ohne Wissen des Pfarrers für 131.000 Pfund (154.000 Euro) verkauft. Die von Hall unmittelbar alarmierte Polizei konnte laut BBC nichts tun und verwies den Geistlichen darauf, dass es sich um eine zivilrechtliche Angelegenheit handele. "Sie müssen das Haus verlassen und Ihre Anwälte kontaktieren", hätten die Polizisten gesagt.

Ähnlicher Fall auch in Deutschland

Halls Chancen, sein Haus wiederzubekommen, sind laut Experten jedoch gering, da die neuen Besitzer die Immobilie formal rechtmäßig erworben haben. Laut der BBC ist das Schicksal des Geistlichen kein Einzelfall: Im vergangenen Jahr habe das britische Grundbuchamt für ähnliche Fälle Entschädigungen in Höhe von 3,5 Millionen Pfund (4,12 Millionen Euro) gezahlt. Das Grundbuchamt habe auf Anfrage lediglich mitgeteilt, dass man mit professionellen Vermittlern wie etwa Anwälten zusammenarbeite und sich auf deren Kontrollen verlasse. Die am Verkauf von Halls Haus beteiligten Anwälte wollten sich laut dem Sender nicht äußern, da die Polizei inzwischen doch Ermittlungen aufgenommen hat; Festnahmen habe es bislang aber noch nicht gegeben.

In Deutschland wurde vor Kurzem ein ähnlicher Fall bekannt. Wie mehrere Medien im Oktober berichteten, hatten zwei Mitglieder des berüchtigten Berliner Abou-Chaker-Clans mit Hilfe eines Anwalts und eines Strohmanns versucht, einem Hamburger Ehepaar ein Mietshaus in Berlin-Friedrichshain abzuluchsen. Den Männern wird vorgeworfen, das Haus mit gefälschten Verkaufsunterlagen und weit unter dem tatsächlichen Wert "erworben" und dabei auch das Grundbuchamt getäuscht zu haben. Der Plan sei gewesen, die Immobilie mit Gewinn weiterzuverkaufen. Dazu kam es aber nicht mehr, weil die wahren Besitzer eine Kündigung für ihre Wohngebäude-Versicherung bekamen und dadurch von dem Verkauf der Immobilie erfuhren. Die mutmaßlichen Täter stehen inzwischen in Berlin vor Gericht. (stz)

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