Suche
Er soll 15 Jahre lang Kollektengelder gestohlen haben

Nach Unfall: Sanitäter finden 18.000 Dollar in Auto von US-Priester

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Mit Klingelbeuteln wird während der Messe die Kollekte eingesammelt.
Santa Rosa - Er hatte das Geld in Sicherheitsbeuteln an verschiedenen Orten aufbewahrt: Insgesamt fast 100.000 US-Dollar hat ein US-Priester jahrelang aus Kollektengeldern gestohlen. Trotzdem will sein Bischof ihn nicht anzeigen - aus einem bestimmten Grund.

Der Bischof von Santa Rosa in Kalifornien, Robert Vasa, hat einen Priester vom Dienst suspendiert, der mindestens 95.000 US-Dollar (knapp 85.000 Euro) aus Kollektengeldern veruntreut haben soll. "Es gibt Hinweise darauf, dass der Priester das Geld auf verschiedene Arten aus den  Pfarreien stahl, in denen er als Seelsorger wirkte", teilte Vasa in einem Statement am Montag mit. Der Diebstahl war nach einem Autounfall des Geistlichen ans Licht gekommen.

Rettungskräfte hatten mehrere Sicherheitsbeutel mit 18.000 US-Dollar (über 16.000 Euro) im Wagen des Priesters gefunden. Zunächst beteuerte er, die Beutel würden sein Gehalt enthalten. Doch das Personal des Krankenhauses, in das der verletzte Geistliche gebracht worden war, wurde aufgrund der großen Summe misstrauisch. Man verständigte die Polizei, die den Fall wiederum dem Bistum meldete.

Geld aus Diebstählen der letzten 15 Jahre

Bischof Vasa besuchte die betroffene Gemeinde in der folgenden Woche persönlich und entdeckte im Büro zwölf Sicherheitsbeutel sowie einen Umschlag mit über 10.000 US-Dollar (etwa 8.950 Euro) in 100-Dollarscheinen. Im Pfarrhaus des Geistlichen fanden sich noch weitere geöffnete und ungeöffnete Beutel. Laut Vasa ließen die Datierungen der Beutel auf einen systematischen Diebstahl in der Gemeinde schließen. Insgesamt fand man in Auto, Büro und Pfarrhaus Geld aus Diebstählen der letzten 15 Jahre aus fünf verschiedenen Gemeinden.

Aufgrund der laxen Einhaltung der Registrierungsvorgaben für die Kollektengelder könne nicht festgestellt werden, wie viel Geld der Priester schlussendlich entwendete, so Vasa. Das mache auch eine polizeiliche Untersuchung schwierig. "Man riet mir, einen Betrugsermittler für den Fall zu beauftragen", so Vasa. Doch hätte eine eingehende Untersuchung die Diözese sehr viel Geld gekostet. "Und ich möchte nicht noch zusätzlich Geld für Ermittlungen aufwenden, die keine weiteren Erkenntnisse erbringt." Der Pfarrer habe die Taten ihm gegenüber gestanden. Anschließend habe der Bischof den Geistlichen suspendiert und ihm jegliche Ausübung seines geistlichen Amts untersagt. Den betroffenen Gemeinden stelle er allerdings frei, gegen den Priester zu klagen. (cst)

kna-katholisch-swarm-node1 (0.011s)