Nachfolger für ermordeten Bischof
In Reaktion auf seine Ernennung sagte Bizzeti in Radio Vatikan, Christen in der Türkei lebten in einer Minderheitensituation und "oft unter Schwierigkeiten". Ihn erwarte eine "kleine, aber sehr lebendige Gemeinschaft". In der Türkei gebe es eine Tradition religiöser Toleranz; er hoffe, dass sich die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen dadurch stabilisieren ließen. Bizzeti kündigte an, den Dialog mit dem Islam zu suchen.
Bizzeti wurde am 22. September in Florenz geboren. Nach seinem Eintritt bei den Jesuiten 1966 wurde er neun Jahre später zum Priester geweiht. In seinem Orden wirkte er in Italien in verschiedenen Leitungsfunktionen. Zuletzt arbeitete er als Direktor eines Zentrums für die Laienbildung in Padua.
Bizzetis Vorgänger Padovese war 2010 von seinem muslimischen Fahrer erstochen worden. Das Gericht betrachtete ihn als geistesgestörten Einzeltäter. Kirchenvertreter äußerten hingegen Zweifel am Aufklärungswillen der türkischen Justiz. Der Beschuldigte machte im Verlauf des Prozesses widersprüchliche Angaben über seine Motive. Spekulationen über die Tatgründe reichten von einem islamistischen Hintergrund bis zu einer homosexuellen Beziehung. (KNA)