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Ausbildung deutschsprachiger Ordensleute zukünftig an zwei Orten

Nachwuchsmangel: Deutsche Kapuziner gehen mit Noviziat neue Wege

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Surrounding area of Tortona (Piedmont)
München - Vielen Orden fehlt der Nachwuchs – auch den Kapuzinern. Daher strukturiert der Orden nun seine Ausbildung um und setzt auf Internationalität. Junge Ordensmänner aus Europa sollen zukünftig gemeinsam ausgebildet werden.

Der Ordensnachwuchs der deutschen Kapuziner wird zukünftig in einem internationalen Noviziat im italienischen Tortona leben. "In dem neuen europäischen Noviziat werden junge Brüder aus Nord- und Mittelitalien, aus Deutschland, der Slowakei, Frankreich und Kroatien ausgebildet", teilte die Ordensprovinz am Dienstag in München mit. Zurzeit befänden sich 16 Postulanten in der Vorbereitung auf das Noviziat, darunter sei auch ein deutscher Kandidat.

Wegen fortschreitendem Nachwuchsmangel entschied sich der Orden nun für die Institutionalisierung des Noviziats in Tortona. Das internationale Noviziat der deutschen Kapuzinerprovinz soll es jungen Männern ermöglichen, mit anderen Ordensleuten "in der gleichen Ausbildungssituation zusammenzuleben und sich über gemeinsame Fragen auszutauschen", teilten die Kapuziner mit. Für die Zukunft plane der Orden, dass deutsche Postulanten die Hälfte ihres Postulates in Italien verbringen, "um die italienische Sprache zu lernen und so sprachlich gut vorbereitet ins Noviziat zu starten". Bisher verbrachten die deutschsprachigen Novizen das erste Jahr ihrer Ausbildung (Postulat) und das letzte (Juniorat) in Salzburg. Das Noviziat im zweiten Jahr der Ordensausbildung fand seit 2019 im italienischen Camerino statt.

Früher Exerzitienhaus, bald Noviziat

Tortona ist eine alte Bischofsstadt mit 27.000 Einwohnern, nördlich von Genua. Das Kapuzinerkloster liegt oberhalb der Stadt und war früher das Exerzitienhaus der Provinz. Heute leben dort sechs Kapuzinerbrüder. Ab Herbst sollen 16 Postulanten dort einziehen.

Das Noviziat ist die Probe- und Ausbildungszeit in einer Ordensgemeinschaft. Sie endet mit dem Ablegen der Gelübde. In einigen Orden und Gemeinschaften erhalten die Novizen erst dann das Ordensgewand (Habit). Während ihres Noviziats werden die Novizen von einem Novizenmeister in das geistliche Leben und die Eigenart der jeweiligen Ordensgemeinschaft eingeführt. (ben)

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