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Zum 100. Geburtstag der US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks

Nicht mehr nur für Weiße

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Rosa Parks im Bus
USA - Montgomery in Alabama, 1. Dezember 1955: Die 42-jährige Näherin Rosa Parks will mit dem Bus von der Arbeit nach Hause fahren. Gemäß den strikten Rassengesetzen darf sie nur im hinteren Teil für "Neger" Platz nehmen. Sie ist müde. Als sich der Bus füllt, soll sie für einen weißen Fahrgast ihren Sitzplatz frei machen.

Sie weigert sich und wird deshalb verhaftet. Nach diesem Vorfall entzündet sich ein langanhaltender Protest, der die Rassentrennung in den USA zu Fall bringt. Für ihren friedlichen, christlich motivierten Kampf für die Gleichstellung der schwarzen Bürger ist Rosa Parks als "Mutter der Bürgerrechtsbewegung" später hoch ausgezeichnet worden.

Vor 100 Jahren, am 4. Februar 1913, wurde sie in Tuskagee im US-Bundesstaat Alabama geboren. Ihre Mutter, eine Lehrerin, sorgte für eine gründliche Ausbildung der Tochter. Schon als junges Mädchen engagierte sich Rosa in verschiedenen Bürgerrechtsorganisationen, ebenso wie ihr späterer Ehemann Raymond. In der 1950er Jahren war die Rassentrennung allgegenwärtig: Schwarze und Weiße hatten getrennte Sitze in den Bussen, sie besuchten separate Schulen, Restaurants, Schwimmbäder; sogar die Trinkfontänen waren streng nach Hautfarbe unterschieden.

"Müde, so würdelos herumgestoßen zu werden"

An jenem 1. Dezember vor knapp 60 Jahren hatte Rosa Parks genug: "Ich war nicht nur von der Arbeit müde, ich war vor allem müde, so würdelos herumgestoßen zu werden", schrieb sie in ihren Lebenserinnerungen. Während sie für ihre Weigerung, für eine weiße Person Platz zu machen, im Gefängnis saß, formierte sich in der schwarzen Gemeinschaft der Protest. Der einzig mögliche Versammlungsort für sie waren die Kirchen. In der Dexter Avenue Baptist Church wurde das weitere Vorgehen besprochen - und Martin Luther King, Pastor der Gemeinde, als Vorsitzender der Bürgerrechtsbewegung gewählt. Nach langen Diskussionen einigte man sich auf einen Busstreik.

Von Montag, 5. Dezember 1955, an boykottierte die schwarze Gemeinschaft 381 Tage lang die Busse, was die Busgesellschaft fast in den Ruin trieb. Der äußerst erfolgreiche Protest machte die Anliegen der Bürgerrechtsbewegung in der ganzen Welt publik. Am 20. Dezember 1956 entschied schließlich der Oberste Gerichtshof der USA, dass die Rassentrennung in den Bussen aufzuheben sei.

Arbeit mit Sohn eines Predigers

Rosa Parks verlor durch ihr mutiges Vorgehen zwar ihre Stelle als Näherin, stellte sich daraufhin aber ganz in den Dienst der Bürgerrechtsbewegung, für die sie intensiv reiste. Martin Luther King, charismatischer Sprecher der Anliegen seiner schwarzen Brüder und Schwestern, wurde tonangebend in der Vereinigung christlicher Bürgerrechtsbewegungen im Süden. Sie koordinierte die auf den ganzen Süden der USA übergreifende Bürgerrechtsbewegung.

Wer sich dort engagierte, lebte gefährlich. Vierzig Frauen und Männer bezahlten ihr Engagement mit dem Leben, darunter Martin Luther King als das prominenteste Opfer. Rosa Parks erhielt in der Zeit des Bus-Boykotts so viele Drohanrufe, dass ihr Mann Raymond einen Nervenzusammenbruch erlitt. Daraufhin zogen sie nach Detroit in den Norden der Vereinigten Staaten, um etwas Ruhe zu gewinnen.

Nie nachgelassen

Sie arbeitete wieder als Näherin und trat auf öffentlichen Veranstaltungen der Bürgerrechtsbewegung auf. Zehn Jahre nach dem Tod ihres Mannes gründete sie 1987 das "Rosa and Raymond Parks Institute for Self-Development", das jungen Menschen die Möglichkeit eröffnet, mehr über die Bürgerrechtsbewegung zu lernen.

Rosa Parks hat nie in ihren Bemühungen für die schwarze Gemeinschaft nachgelassen. Getragen wurde sie dabei von ihrem festen Glauben. In ihrem Buch "Quiet Strength" ("Stille Kraft") sagt sie: "Ich möchte, dass meine Leser wissen, dass ich einen sehr spirituellen Hintergrund hatte. Ich glaube an die Kirche und bin fest in meinem Glauben verankert. Das hat mir den Mut und die Kraft gegeben, so zu handeln, wie ich es getan habe."

Rosa Parks starb am 24. Oktober 2005 im Alter von 92 Jahren. Vier Jahre später wurde mit Barack Obama der erste Schwarze zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt.

Von Christiane Neuhausen (KNA)

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