Österreich: Brautmodenschau in Kirche
Haute Couture in kirchlicher Location – und mit Billigung des Pfarrers: In der Stadtpfarrkirche St. Martin in Hartberg (Steiermark) hat die Wiener Designerin Eva Poleschinski am vergangenen Freitag ihre neueste Brautmodenkollektion präsentiert, berichtete die "Kleine Zeitung". Der Mittelgang des Gotteshauses diente dabei als Catwalk. Veranstaltet wurde die Modenschau vom regionalen Tourismusverband.
Stadtpfarrer und "Hausherr" Josef Reisenhofer fand die Idee gut und stellte den Kirchenraum zur Verfügung. "Die Botschaft des Brautkleids lautet: Ich möchte lieben und ich möchte geliebt werden. Du bist nicht allein. Und das ist ja auch die Botschaft der Kirche: lieben und geliebt werden", sagte er auf Nachfrage von katholisch.de. Reisenhofer habe die Veranstaltung als "missionarischen Versuch" nutzen wollen, um Leute auf die Kirche aufmerksam zu machen, "die sonst nicht zum klassischen Kirchenpublikum gehören".
In seinem Grußwort zur Modenschau ging Reisenhofer unter anderem auf die Bedeutung des Kleids in der Kirche und auf Weiß als Farbe der festlichen Vollkommenheit ein. Der Pfarrer bezeichnet das als "pastoralen Input", der "die Grunderfahrungen und Sehnsüchte der Menschen" mit der Veranstaltung verknüpfen sollte.
Reisenhofer berichtet von beinahe durchwegs positiven Reaktionen auf die Veranstaltung. Doch in den sozialen Netzwerken gibt es auch kritische Stimmen. Ein Twitter-Nutzer schrieb etwa, dass eine Modenschau in einem Gotteshaus die Heiligkeit einer Kirche missachte. (mal)