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Italienische Vereinigung vor mehr als 40 Jahren gegründet

Offenbarungen doch nicht übernatürlich: Vatikan löst Bewegung auf

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Der Petersdom in Rom im Abendlicht
Vatikanstadt - Offenbarungen markieren den Beginn der italienischen "Apostolischen Bewegung". Trotz Kritik an den angeblich übernatürlichen Botschaften wurde die Gemeinschaft von Bischof und Papst gefördert. Nun hat der Vatikan die Bewegung aufgelöst.

Der Vatikan hat die kirchliche Vereinigung "Movimento Apostolico" ("Apostolische Bewegung") aufgelöst, da die Offenbarungen, die deren Gründerin empfangen haben soll, nach dem Ergebnis einer Untersuchung nicht übernatürlichen Ursprungs waren. Von Oktober 2020 bis April 2021 habe eine Apostolische Visitation in der vor allem in Italien tätigen Gemeinschaft stattgefunden, heißt es in einem Schreiben des Präfekten der Glaubenskongregation Kardinal Luis Ladaria an den zuständigen Erzbischof Vincenzo Bertolone von Catanzaro im süditalienischen Kalabrien, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Im angehängten Dekret, das von den Präfekten der Glaubens- und Kleruskongregation sowie des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben unterzeichnet wurde, wird bestimmt, dass das Vermögen der Bewegung für wohltätige Zwecke gespendet wird. Außerdem wird das zur Bewegung gehörende ehemalige Säkularinstitut "Maria, Mutter der Erlösung" aufgelöst, das heute eine Vereinigung von Gläubigen ist.

Die "Apostolische Bewegung" wurde 1979 als Vereinigung von Gläubigen gegründet. Den Anlass dazu gaben angebliche Offenbarungen, die die Gründerin Maria Marino empfangen haben will. Der damalige Erzbischof von Catanzaro förderte die Bewegung in der Anfangsphase durch die Erlaubnis zur Nutzung von Räumlichkeiten und einen Priester, den er den Laien zur Katechese zur Seite stellte, wie die Vereinigung auf ihrer Webseite schreibt. 1987 erhielt die Bewegung eine Privataudienz bei Papst Johannes Paul II. und 2001 wurde sie vom Erzbistum Catanzaro offiziell anerkannt. Nach eigenen Angaben widmet sich die Gemeinschaft der "Erinnerung an das Wort Gottes durch Evangelisierung und Katechese". Das Ziel sei eine enge Verbindung zwischen dem Glauben der Kirche und dem Leben der Mitglieder, die zum apostolischen Wirken in ihren Pfarreien aufgerufen seien. Nach eigenen Angaben war die "Apostolische Bewegung" zuletzt in Italien, Deutschland, der Schweiz, im Kamerun und im Kongo präsent.

In den mehr als 40 Jahren ihres Bestehens habe die Bewegung zwar viele "Berufungen entstehen sehen", heißt es in dem vatikanischen Dekret. Doch es habe schon sehr früh Zweifel an der Authentizität der Offenbarungen der Gründerin gegeben. Außerdem hätten die Priester der Bewegung eine "tiefe innerkirchliche Spaltung" hervorgerufen, insbesondere innerhalb des Diözesanklerus von Catanzaro. Während der Visitation sei deshalb auch unter den Geistlichen der Gemeinschaft die Tendenz untersucht worden, "eine hochgradig selbstbezogene priesterliche Elite zu bilden". Zudem wurde die Übereinstimmung der Aussagen mehrerer Schriften der Gründerin mit der kirchlichen Lehre beleuchtet. (rom)

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