Papst ruft live im Fernsehen an
Was hat Papst Franziskus am Donnerstagmorgen gemacht, bevor er beim Jahresrückblick vor der Kurie "böswillige Widerstände" beklagte? Aufstehen, Morgenmesse, Frühstück – und einen Anruf beim Fernsehen: Um genau 9:07 Uhr war der Papst live in der Rai-Morgensendung "Unomattina" zu hören und gratulierte ihr zum 30-jährigen Bestehen. Er dankte den Autoren, Moderatoren, Journalisten, Regie, Technikern und allen Angestellten, die zu der in Italien beliebten Sendung beitragen.
Nach Geburtstagsgrüßen und Weihnachtswünschen des Moderations-Duos an den 80-Jährigen, richtete Franziskus sich mit einer Weihnachtsbotschaft an die Zuschauer: "Ich wünsche Ihnen ein christliches Weihnachten. So wie das erste war, als Gott die Werte der Welt auf den Kopf stellen wollte." Gott habe sich in einem Stall klein gemacht - bei den Kleinen, Armen und Marginalisierten. "In dieser Welt, wo man sehr einen 'Gott des Geldes' anbetet, möge Weihnachten uns helfen, auf die Kleinheit dieses Gottes zu schauen, der die weltlichen Werte umgedreht hat."
Der Papst, von dem während der Live-Sendung Fotos und die Bauchbinde "Am Telefon: Papst Franziskus" eingeblendet wurde, schloss mit den Worten: "Ich wünsche euch ein heiliges uns glückliches Weihnachten. Eine Umarmung an alle!" Das gesamte sechsminütige Video des Anrufs ist auf der Seite des öffentlich-rechtlichen Senders zu sehen.
Franziskus selbst sieht nach eigenen Angaben seit 1990 kein Fernsehen mehr. Damals habe er dieses Versprechen der "Jungfrau von Carmelo" gegeben, sagte er vergangenes Jahr in einem Interview. Auch über die Ergebnisse seines geliebten Fußballvereins "San Lorenzo" aus Buenos Aires lasse er sich nur von einem Schweizergardisten unterrichten. (luk)