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Treffen in den USA vom Vatikan nicht bestätigt

Papst soll auch homosexuelles Paar empfangen haben

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Washington - Ein Treffen des Papstes mit einer US-Standesbeamtin hatte für Aufsehen gesorgt. Denn Kim Davis verweigerte gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe. Jetzt berichten US-Medien: Franziskus hat in Washington auch ein homosexuelles Paar empfangen.

Das Treffen sei vom Papst persönlich initiiert worden, sagt Grassi, der Franziskus seit seinen Tagen als Schüler der "Immaculada Conception Schule" in der argentinischen Stadt Sante Fe kennt. Der Pontifex habe per E-Mail und Telefon Kontakt aufgenommen. "Er hat mich drei Wochen vor der Reise angerufen und mir gesagt, er würde sich freuen, wenn er mich umarmen dürfte".

Grassi erklärte weiter, Franziskus habe ihn zu keinem Zeitpunkt wegen seiner Homosexualität oder Lebensweise verurteilt. Der Papst wisse darum und habe ihn zusammen mit seinem Partner bereits in Rom einmal empfangen.

Bisher keine Bestätigung aus dem Vatikan

Der Vatikan trat am Freitag Spekulationen entgegen, der Papst habe damit ein kirchenpolitisches Signal senden wollen. Franziskus habe viele "seelsorglich motivierte persönliche Kontakte", die er mit Freundlichkeit, Offenheit und Dialog pflege, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi mit. Die Nachricht von der Begegnung fügt der sechstägigen Papst-Reise in die USA im Nachgang eine weitere Facette hinzu, die in den us-amerikanischen Medien für große Aufmerksamkeit sorgt.

Die US-amerikanische Standesbeamtin Kim Davis hatte die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare verhindert.

Nach Darstellung Grassis fand das Treffen mit dem Papst am 23. September statt, also einen Tag vor der kurzen Begegnung mit der Leiterin des Standesamts von Rowan County in Kentucky, Kim Davis. Davis gelangte zu nationaler Bekanntheit, weil sie sich aus religiösen Gründen weigerte, einer richterlichen Anordnung zu folgen und Ehelizenzen an homosexuelle Paare auszuhändigen.

Davis und ihr Anwalt behaupteten anschließend, der Papst habe sie und ihr Anliegen unterstützt, ihr für ihren Mut gedankt und ihr geraten, "stark zu bleiben". Davis sei nach eigenen Angaben mit ihrem Ehemann Joe unerkannt in einem Geländewagen vor der Nuntiatur in Washington vorgefahren. Um nicht erkannt zu werden, habe sie ihr Haar anders als sonst getragen.

Davis eine unter Dutzenden bei Empfang

Vatikansprecher Lombardi stellte am Freitag ebenfalls klar, Franziskus habe Davis mit ihrem vierten Ehemann Joe unter Dutzenden Personen in der Nuntiatur kurz begrüßt. Von einer Audienz könne keine Rede sein. "Der Papst ist nicht auf Details der Situation von Frau Davis einfangen, und ihr Treffen sollte nicht als Form der Unterstützung ihrer Positionen in allen ihren einzelnen und komplexen Aspekten verstanden werden.", so Lombardi wörtlich.

Er deutete an, dass Davis von der Nuntiatur eingeladen worden sei. Das deckt sich mit Informationen eines renommierten Kolumnisten der Washington Post, der im US-Fernsehen gesagt hatte, Nuntius Carlo Maria Viano habe die Begegnung arrangiert. (bod/KNA)

03.10., 12.26 Uhr: ergänzt um ein Statement von Vatikansprecher Lombardi zum Treffen mit Grassi

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