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Der Weltgebetstag der Frauen beschäftigt sich mit den Bahamas

Paradies mit Schatten

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Bonn - Abhängigkeit vom Ausland, Arbeitslosigkeit und Gewalt gegen Frauen und Kinder: Daran denkt man normalerweise nicht beim Stichwort Bahamas. Beim ökumenischen Weltgebetstag der Frauen ist der Inselstaat Thema.

Traumstrände, Korallenriffe, Lebensfreude. Dazu noch eine ethnische und konfessionelle Vielfalt: das bieten die 700 Inseln der Bahamas. Der Inselstaat zwischen den USA, Kuba und Haiti ist ein wirtschaftlich erfolgreiches, touristisches Sehnsuchtsziel. An diesem Freitag sind die Bahamas auf der ganzen Welt Thema von hunderttausenden Christinnen, wenn sie den Weltgebetstag der Frauen begehen.

Der ökumenische Gebetstag weist darauf hin, dass das vermeintliche Paradies mit Problemen zu kämpfen hat: extreme Abhängigkeit vom Ausland, Arbeitslosigkeit und eine erschreckend hohe Gewalt gegen Frauen und Kinder. Diese Sonnen- und Schattenseiten beleuchten Frauen der Bahamas in ihrem Gottesdienst, der in 170 Ländern rund um den Erdball gefeiert wird.

Die Bahamas weisen eine der höchsten Vergewaltigungsraten weltweit auf, teilte das Vorbereitungskomitee mit. Häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder sei dort an der Tagesordnung. In kaum einem anderen Land der Welt hätten Teenager so früh Geschlechtsverkehr; jede vierte Mutter sei jünger als 18 Jahre, heißt es in der Mitteilung.

Hoffnung auf Gerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft

Das diesjährige Motto "Begreift ihr meine Liebe?" soll Hoffnung auf Gerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft machen und zum Einsatz gegen geschlechterspezifische Gewalt ermutigen. In dem Bereich engagiert ist auch das Deutsche Komitee des Weltgebetstags. Die Kollekte der Gottesdienste geht an Projektpartner in Albanien, Argentinien, Benin, Nepal und auf den Bahamas. "Wir fördern zum einen Beratungsstellen und Initiativen, die Frauen und Mädchen in Gewaltsituationen direkt unterstützen", erläutert Vorstandssprecherin Ute Hohmeier, "zum anderen geht es uns darum, Denkmuster aufzubrechen, die Gewalt gegen Frauen fördern."

Zu den Unterstützen gehört auch eine Medienkampagne für Jugendliche des "Bahamas Crisis Centre", die aufklärt und gegen sexuelle und häusliche Gewalt kämpft. Kinder und Jugendliche erhielten auf dem Inselstaat weder angemessene Informationen noch werden sie in ihren Familien darin unterstützt, ein gesundes Verhältnis zu ihrem Körper und ihrer Sexualität zu entwickeln, teilt das Zentrum mit. Teenagerschwangerschaften und ein erschreckendes Ausmaß an sexueller Gewalt sind Konsequenzen der "Allianz" aus Ignoranz und gesellschaftlicher Konvention.

Im Zentrum des Gottesdienstes zum Weltgebetstag steht die Bibelstelle aus dem Johannesevangelium, in der Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht (Kapitel 13). Die bahamaischen Weltgebetstags-Frauen wählten sie aus, weil für sie hier Gottes Liebe erfahrbar wird. Gerade in einem von Armut und Gewalt geprägten Alltag brauche es tatkräftige Nächstenliebe auf den Spuren Jesu Christi, begründeten sie.

Nach den Gottesdiensten geht es weiter für die große ökumenische Basisbewegung. Die Schwerpunktländer der nächsten Jahre stehen bereits fest. Für den ersten Freitag im März 2016 werden Frauen aus Kuba die liturgische Feier vorbereiten. Das Motto dann wird lauten: "Receive Children, Receive Me" ("Wer Kinder empfängt, empfängt mich").

Stichwort: Weltgebetstag

Der Weltgebetstag ist eine große, weltweite Basisbewegung christlicher Frauen. Der Gottesdienst zum Weltgebetstag wird jedes Jahr von Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen aus einem anderen Land vorbereitet – z.B. aus Malaysia, Frankreich, Ägypten oder von den Philippinen. Jedes Jahr, immer am ersten Freitag im März, feiern diesen Gottesdienst dann Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche in rund 170 Ländern der Erde. In vielen Kirchengemeinden in ganz Deutschland organisieren Frauen den Weltgebetstag. Zu ihren ökumenischen Gottesdiensten werden auch 2015 wieder hunderttausende Menschen erwartet. Beim Weltgebetstag engagierte Menschen gehören unterschiedlichen Konfessionen, Generationen und Bildungsschichten an. Gemeinsam sind sie solidarisch mit Frauen weltweit und übernehmen Verantwortung. Ein sichtbares Zeichen dafür ist die weltweite Förderung von Frauen- und Mädchenprojekten durch die Gottesdienstkollekte. Weltgebetstag – das ist gelebte Ökumene und weltweite Solidarität! (luk)

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