Pavone nach Entlassung aus Klerikerstand: Bleibe meiner Berufung treu
Der aus dem Priesterstand entlassene radikale Abtreibungsgegner Frank Pavone hat laut eigener Aussage nicht die Absicht, sein Amt aufzugeben. "Ich will ein Priester sein. Ich werde die Kirche unter keinen Umständen verlassen“, sagte Pavone am Dienstag dem US-Online-Magazin "Crux". Er werde seiner Berufung als Priester treu bleiben und weiterhin seine Pro-Life-Arbeit tun.
Gleichzeitig warf Pavone dem für ihn zuständigen Bischof der texanischen Diözese Amarillo, Patrick Zurek, Amtsmissbrauch vor. Dieser habe seit fünf Jahren damit gedroht, ihn aus dem Priesteramt zu entlassen, und zwar "unter drei oder vier ständig wechselnden Begründungen". Er sei sich bewusst, so Pavone, dass er in seinem Dienst Fehler gemacht habe. Er habe sich jedoch bemüht, diese Fehler wiedergutzumachen und die Anweisungen seiner Vorgesetzten befolgt, bestimmte Aktivitäten und Funktionen, etwa im Zusammenhang mit der US-Politik, einzustellen und zu unterlassen.
"Höchstrichterliche Entscheidung, die keine Möglichkeit der Berufung zulässt"
US-Medien hatten am Wochenende berichtet, dass der Vatikan den 63-Jährigen aus dem Priesterstand entlassen habe. Sie zitierten dabei aus einem Brief des päpstlichen Botschafters in den USA, Erzbischof Christophe Pierre, an US-Bischöfe, das vom 13. Dezember datiert. Das Schreiben wurde am Montag auf der Internetseite der Diözese Amarillo veröffentlicht. Darin heißt es, dass Pavone "in einem kanonischen Verfahren der blasphemischen Äußerungen in den sozialen Medien und des beharrlichen Ungehorsams gegenüber den rechtmäßigen Anweisungen seines Diözesanbischofs für schuldig befunden worden war". Pavone habe keine vernünftige Rechtfertigung für sein Handeln gehabt. Es handle sich um eine "höchstrichterliche Entscheidung, die keine Möglichkeit der Berufung zulässt".
Weitere Details liefert das Schreiben nicht. Es nimmt auch keinen Bezug auf Pavones radikalen Kampf gegen Abtreibung. Als Nationaldirektor der Anti-Abtreibungs-Organisation "Priests for Life" (Priester für das Leben), die keine kirchliche Rechtsform hat, zog er immer wieder Kritik auf sich, auch vonseiten mehrerer Bischöfe. Für Empörung sorgte etwa ein Video im November 2016, in dem Pavone vor einem altarähnlichen Tisch mit einem abgetriebenen Fötus darauf seine Unterstützung für den früheren Präsidenten Donald Trump (2016-2020) ausdrückte. Bischof Zurek kritisierte damals, das Video verstoße gegen die Menschenwürde und den katholischen Glauben, und kündigte eine Untersuchung an. Auch an der Kampagne zu Trumps Wiederwahl 2020 beteiligte sich Pavone, unter anderem als führendes Mitglied der Gruppe "Katholiken für Trump". Eine parteipolitische Betätigung ist Priestern nach dem Kirchenrecht ohne ausdrückliche Erlaubnis durch ihren Bischof jedoch verboten. (mal)