Pfarrer aus Kirche ausgesperrt – Ketten und Schlösser an Eingängen
Das Erzbistum Santiago de Compostela hat sich hinter einen Pfarrer gestellt, der von den Gläubigen seiner Pfarrei durch Ketten und Vorhängeschlösser an den Türen der Pfarrkirche am Betreten des Gotteshauses gehindert wurde. Der Geistliche sei durch die Protestaktion einer Gruppe von unzufriedenen Gläubigen am vergangenen Wochenende in der Ausübung seiner Aufgaben behindert worden, teilte die spanische Erzdiözese am Mittwoch mit. Man habe das unerlaubte Anbringen der Ketten und Schlösser bei der Polizei angezeigt. Die Vorkommnisse ereigneten sich in einer ländlich geprägten Pfarrei in Caamaño an der Atlantikküste im Nordwesten Spaniens.
Der Pfarrer stand seit längerem in Konflikt mit einer Gruppe von etwa 50 unzufriedenen Gemeindemitgliedern, berichteten spanische Medien. So wurden etwa einige Entscheidungen des Priesters in Zusammenhang mit Bestattungen kritisiert, aber auch die Abschaffung des Glockenläutens oder einige Fälle, in denen Kindern die Taufe verweigert wurde, deren Eltern nicht verheiratet sind. Das Erzbistum Santiago de Compostela rief die Pfarrei dazu auf, an einer "Normalisierung der Situation" zu arbeiten und sich für ein "Klima der Ausgeglichenheit" einzusetzen. "Der Dialog ist ein Instrument, das zu erreichen", so die Erzdiözese. Die Protestaktion vom Wochenende sei nicht das erste "gewalttätige Verhalten" gegenüber dem Pfarrer gewesen. (rom)