Polizist schießt bei Notre-Dame auf Angreifer
Ein Unbekannter hat vor der Pariser Kathedrale Notre-Dame einen Polizisten angegriffen. Französischen Medienberichten zufolge wurde der Täter daraufhin angeschossen. Der Unbekannte sei mit einem Hammer bewaffnet und im Besitz eines oder mehrerer Messer gewesen, hieß es am Dienstagnachmittag. Nach Angaben von Journalisten hatten zuvor zwei Explosionen auf dem Vorplatz der Kathedrale Panik unter den Besuchern ausgelöst.
Personen, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls in der Kathedrale befanden, durften die Kirche zunächst nicht verlassen. Über den Nachrichtendienst Twitter meldeten sie, dass es ihnen im Gotteshaus gutgehe. Sie konnten die Kathedrale später nach und nach verlassen und wurden dabei von der Polizei durchsucht. Alles sei sehr ruhig abgelaufen, sagte Bistums-Sprecherin Karine Dalle der Deutschen Presse-Agentur.
Bevölkerung soll Sehenswürdigkeiten meiden
Nach dem Vorfall vor der Kathedrale hat die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Der Mann habe mit einem Hammer auf einen Beamten eingeschlagen und dabei "Das ist für Syrien" gerufen, sagte Innenminister Gerard Collomb. Ein weiterer Polizist eröffnete das Feuer und stoppte damit den Angreifer, der verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde.
Minister Collomb sagte, der Mann habe sich als algerischer Student ausgegeben. Ob ein bei ihm gefundener Ausweis echt sei, müsse noch überprüft werden. Der angegriffene Polizist habe keine schlimmen Verletzungen erlitten, sagte Collomb.
Die Menschen in Paris wurden unterdessen aufgefordert, Sehenswürdigkeiten zu meiden. Die frühgotische Kathedrale Notre-Dame wird jährlich von 13 Millionen Menschen besucht. Bereits seit einigen Monaten gilt eine erhöhte Sicherheitsstufe rund um das Gotteshaus. Besucher dürfen etwa keine Gepäckstücke mit in die Kathedrale nehmen. (luk/KNA/dpa)
6. Juni 2017, 19:15 Uhr: Um Aussagen des Innenministers und der Bistumssprecherin ergänzt