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Immer noch mit Abstand größte religiöse Gruppe

Polnischer Zensus zeigt deutlichen Rückgang der Katholikenzahl

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Ein Band in den polnischen Nationalfarben weiß und rot hängt über einem großen Steinkreuz
Warschau - Noch ist Polen für die Kirche nicht verloren: 90 Prozent der religiös gebundenen Menschen sind katholisch. Doch eine Detailauswertung der letzten Volkszählung zeigt einen deutlichen Rückgang. Viel schlimmer hat es die Jedi-Ritter getroffen.

Die Zahl der polnischen Katholiken ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Laut der am Donnerstag veröffentlichten Detailauswertung der nationalen Volkszählung 2021 gaben 27,1 Millionen Befragte an, der römisch-katholischen Kirche anzugehören. Beim vorigen Zensus im Jahr 2011 waren es noch 33,7 Millionen. Die Angaben zur Religionszugehörigkeit waren bei der Befragung freiwillig. 30,2 Millionen der 38 Millionen Befragten haben die Frage beantwortet. Von den Zensus-Teilnehmenden, die die Religionsfrage beantwortet haben, gaben 89,77 Prozent an, der römisch-katholischen Kirche anzugehören, 2011 waren es noch 95,95 Prozent. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung fiel die Zahl derer, die sich in der Umfrage zur römisch-katholischen Kirche bekannten, von 87,58 auf 71,3 Prozent. Die polnische Kirche selbst macht keine Angaben zu Kirchenaustritten.

Neben den römischen Katholiken ist in Polen auch die ukrainische Kirche des griechisch-katholischen Ritus vertreten. Dort blieben die Zahlen fast gleich. Mit 33.000 Gläubigen ist die Zahl der Angehörigen der katholischen Ostkirche aber sehr gering. Die größten Religionsgruppen nach den Katholiken stellen die orthodoxe Kirche mit 151.000 Gläubigen (2011: 156.000) und die Zeugen Jehovas mit 108.000 Gläubigen (2011: 137.000). Ansonsten erreicht keine Religionsgemeinschaft mehr als 100.000 Mitglieder.

Der letzte Jedi ist verschwunden

Eine deutliche Veränderung gab es bei kreativeren Angaben: Bekannten sich 2011 noch 1.343 Polen zum fiktiven Jedi-Orden aus dem Star-Wars-Universum, konnte der Zensus 2021 keine Jedi mehr finden. Stattdessen gaben 2.312 Menschen den Pastafarismus als ihre Religion an. 2016 wurden in Australien Bekenntnisse zu fiktiven Religionen und religionskritischen Gemeinschaften im Rahmen von säkularen Kampagnen eingesetzt.

Am Dienstag stellte die polnische katholische Nachrichtenagentur KAI zusammen mit dem staatlichen Institut für das Erbe des nationalen Denkens (IDMN) eine Studie zur "Kirche in Polen 2023" vor. Darin stellten die Studienautoren einen deutlichen Rückgang des Vertrauens in die katholische Kirche von 65 Prozent der Befragten vor zehn Jahren auf heute 48 Prozent fest. Vor allem bei den Menschen bis 40 Jahren gibt es eine deutliche Distanzierung von der Kirche. Diese Altersgruppe teile sich zur Hälfte auf Kirchentreue und Kirchendistanzierte. "Konnte man bis vor kurzem noch hoffen, dass die polnische Gesellschaft gegenüber den für den Westen charakteristischen Säkularisierungstendenzen wesentlich resistenter ist, so schwindet diese Hoffnung heute zunehmend", heißt es in der Zusammenfassung der KAI. (fxn)

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